Pietro Parolin zur Homo-Ehe: Lauter als der Papst


Premierminister des Papstes – aber auch dessen Sprachrohr? Pietro Parolin (Foto: dpa)
Pietro Parolin nennt das irische Ja zur Homo-Ehe „eine Niederlage für die Menschheit“. Nun fragen sich viele, ob da nur der Staatssekretär des Vatikans redet – oder etwa auch der Papst?


Von Oliver Meiler|Süddeutsche.de

Wenn einer wie Pietro Parolin einmal redet, lohnt es sich, genau hinzuhören. Der Staatssekretär des Vatikans, gewissermaßen Papst Franziskus‘ Premierminister, ist ein Mann weniger, bedacht gewählter Worte. Das hat viel mit dem Werdegang des Kardinals aus Vicenza zu tun: Der Norditaliener war lange Zeit Diplomat des Kirchenstaats, verhandelte mit barocken Potentaten und harten Regimes. Seine Dialogfähigkeit gilt als sprichwörtlich, als seine herausragendste Tugend gar.

Und so lässt nun eine Stellungnahme des Vorsitzenden der Kurie besonders aufhorchen: Bei einer Preisverleihung im Palazzo della Cancelleria, einem päpstlichen Palast in Rom, reagierte Parolin erstmals auf das deutliche irische Ja zur Homo-Ehe – drei Tage nach der Volksabstimmung. Es war also genügend Zeit verstrichen fürs Kalibrieren der Worte. „Ich war sehr traurig über das Ergebnis“, sagte Parolin, „und ich denke, dass das nicht nur eine Niederlage für die christlichen Prinzipien ist, sondern eine Niederlage für die Menschheit.“

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