Justizminister Maas will Staatsvertrag mit Muslimen


Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) © Frank Nürnberger
Staatsverträge könnten Muslime enger an die deutsche Verfassung heranführen. Deshalb plädiert Bundesjustizminister Maas für einen Staatsvertrag mit Muslimen und warnt davor, den Islam pauschal abzuqualifizieren.


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Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat sich für einen Staatsvertrag mit den muslimischen Gemeinschaften in Deutschland ausgesprochen. Staatsverträge könnten ein wichtiger Schritt sein, “um die muslimischen Gemeinschaften enger an den Verfassungsstaat und seine Werte heranzuführen”, sagte Maas am Mittwochabend laut Redemanuskript in der Berliner Humboldt-Universität. Der Minister sieht in einem solchen Vertrag eine Chance für die Entwicklung eines deutschen Islam.

Maas zog dabei eine Parallele zum kirchlichen Arbeitsrecht. Bislang habe die katholische Kirche Mitarbeiter regelmäßig entlassen, wenn diese nach Scheidung wieder geheiratet hätten oder eine homosexuelle Lebensgemeinschaft eingegangen seien, sagte Maas. Diese Praxis war in der Gesellschaft zunehmend auf Ablehnung gestoßen. Inzwischen hat die Kirche Änderungen angekündigt. “Solche positiven Einwirkungen des staatlichen Rechts auf die Binnenorganisation der Religionsgemeinschaften kann ich mir auch bei den Muslimen gut vorstellen”, sagte Maas.

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