Südafrika: Die Partei weiß, dass die Stimme des Königs zählt“


Bester Laune: Der Hofstaat um Zulu-König Goowill Zwelithini, der sich nur für besondere Anlässe traditionell kleidet Foto: Getty Images
In Südafrika haben die zehn Könige und die traditionellen Stammesführer noch immer viel Macht. Doch wenn sie gegen Ausländer hetzen, wird es gefährlich. Eine Audienz bei Queen Precious Thabisile Zulu.


Von Christian Putsch|DIE WELT

Heute ist Gerichtstag in Izigodi, die Stammesführerin trägt Lederjacke und thront hinter einem nagelneuen Laptop. Queen Precious Thabisile Zulu, 40, wird später über die Angeklagten zweier Viehdiebstähle und eines Handyraubs richten. Danach soll sie noch rasch über einen Bauantrag am Rande eines Dorfes entscheiden, 300 Kilometer nördlich von Südafrikas Küstenmetropole Durban entfernt.

Zunächst aber gewährt sie eine seltene Audienz. Queen Thabisiles kühler Blick weicht einem Lächeln, als sie die korrekte Begrüßung hört. „Ndabezitha, Queen Thabisile“, ihre königliche Hoheit registriert erfreut die Einhaltung des Protokolls. Dabei hatte man sich schon zuvor auf dem Parkplatz gesehen. Aber Blickkontakt war unerwünscht, als die Königin in ihrem Toyota-Kleinwagen vorfuhr und direkt neben dem Auto der Besucher parkte. Nachdem sie in das Gebäude gegangen war, mussten die Besucher noch 15 Minuten warten, bis sie aussteigen durften. Es gehe um Respekt, erklärte eine ihrer Mitarbeiterinnen.

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