Kindesmissbrauch: Pädophilie-Skandal um französische Soldaten erschüttert die Uno


Französische Soldaten sollen in einem afrikanischen Flüchtlingscamp Sex von hungernden Kindern verlangt haben. Obwohl sie informiert wurde, blieb die Uno rund ein Jahr lang tatenlos. Nun geht sie gegen jene vor, die den Skandal öffentlich machten.


Von Frank Patalong|SpON

Die Anschuldigungen sind gravierend: Seit 2013 bis möglicherweise ins laufende Jahr sollen französische Soldaten von hungernden Kindern Sex erpresst haben. Die Soldaten waren als Hilfstruppen in einem Flüchtlingscamp in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik eingesetzt. Obwohl die Vorwürfe früh gemeldet wurden, blieben Ermittlungen aus: Sie versandeten in den Mühlen der Bürokratie des Uno-Kommissariats für Menschenrechte (UNHCHR) und von französischen Behörden.

Als der hochrangige UNHCHR-Mitarbeiter Anders Kompass die Vorwürfe an die französische Regierung durchreichte, um Ermittlungen zu erzwingen, war dies der Anfang vom Ende seiner Karriere: Anfang März wurde der Whistleblower von seiner Vorgesetzten Flavia Pansieri, der stellvertretenden Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, zum Rücktritt aufgefordert. Als er sich weigerte, wurde er suspendiert.

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