Vatikan nimmt Kurienkardinal Pell in Schutz


George Kardinal Pell, Bild: wikimedia.org/PD
Der Vatikan hat sich vor Kurienkardinal George Pell gestellt, der wegen seiner Rolle in einem australischen Missbrauchsskandal in der Kritik steht. Pells Zurückweisung jüngster Vorwürfe bezeichnete Vatikansprecher Federico Lombardi in einer Erklärung vom Montag als glaubwürdig. Sie verdiene Respekt. Auch in der Vergangenheit habe Pell „immer besonnen und argumentativ auf die Anklagen und Fragen der zuständigen australischen Behörden geantwortet“, sagte der Vatikansprecher.


kathweb

Die heftigen Angriffe des Mitglieds der Päpstlichen Kinderschutzkommission Peter Saunders seien dessen Privatmeinung und nicht im Namen des Gremiums geschehen, so Lombardi. Die Kommission habe auch gar nicht die Aufgabe, sich zu konkreten Fällen zu äußern. Der Brite Saunders ist eines von zwei Missbrauchsopfern in dem Gremium, das den Papst im Kampf gegen Missbrauch berät.

Saunders hatte Pell, den Chef des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, im australischen Fernsehen wegen seiner Rolle im australischen Missbrauchsskandal als „unhaltbar“ für den Vatikan bezeichnet. Der frühere Erzbischof von Melbourne und von Sydney habe über Fälle von sexuellem Missbrauch geschwiegen und so die Täter gedeckt. Papst Franziskus legte er nahe, Pell, der auch dem Kardinalsrat für die Kurienreform angehört, schnellstmöglich aus seinen Ämtern zu entfernen. Den 73-jährigen Kardinal nannte er in dem Interview „kalt, hartherzig, fast soziopathisch“. Pell kündigte unterdessen rechtliche Schritte gegen Saunders an.

weiterlesen