Vatikan: Notgeile Altmänner-Riege


Bild: bpb.de
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Nachdem die Iren Ja zur Homoehe gesagt haben, wird über die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare endlich wieder debattiert. Nur die katholische Kirche hat damit Probleme, was auch mit dem Zölibat zu tun hat. Und dann gibt es ja noch die Feinde des Kitsches.


Von Daniel Haufler|Berliner Zeitung

In Europa wurde das Ja der Iren zur Homoehe weitgehend begrüßt. Zudem hat es in Deutschland die Debatte über die Gleichstellung der Homoehe wieder belebt. Hier allerdings blockiert die CDU jegliche Reform, obwohl jüngere Mitglieder wie Jens Spahn zu Protokoll gaben: „Man sollte denken, was die katholischen Iren können, können wir auch.“ Apropos Katholiken. Erwartungsgemäß scharf kritisierte der Vatikan die irische Entscheidung als „Niederlage der Menschheit“ (Italienisch umanità, was zudem „Menschlichkeit“ bedeutet).

Gustav Seibt hält das in der Süddeutschen Zeitung für eine Anmaßung. Das Problem der kirchlichen Sexualmoral entstehe „durch die Verbindung von Zölibat und Verbot der Homosexualität. Beides zusammen führte seit Jahrhunderten zu einem überproportionalen Anteil homosexueller Männer in der katholischen Kirche, die hier eine respektable Lösung für ihr Problem fanden“ – während die Kirche Homosexualität verurteilte und mit ihren Moralvorstellungen dazu beitrug, sie zu kriminalisieren.

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