„Jungferngeburten“ bei Sägefischen


Nicht nur die Säge macht den Sägefisch ungewöhnlich: Die bedrohten Tiere vermehren sich offenbar auch durch Jungferngeburten. © Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC)
Nachwuchs, ganz ohne Paarung: Sägefische an der Küste Floridas vermehren sich teilweise durch Jungferngeburten – die Weibchen erzeugen Nachwuchs, ohne Sex mit einem Männchen gehabt zu haben. Dies ist das erste Beispiel für eine solche Parthenogenese bei einem Wirbeltier in freier Wildbahn, wie die Forscher im Magazin „Current Biology“ berichten. Die bedrohten Tiere reagieren damit wahrscheinlich auf die schwindende Zahl von Partnern. Um die Art zu retten reicht es jedoch nicht.


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Dass weibliche Tiere Nachwuchs zeugen, ohne sich dafür mit einem Männchen zu paaren, kommt bei wirbellosen Tieren wie Insekten, Krebsen oder Weichtieren häufiger vor. Bei Wirbeltieren jedoch ist sie extrem selten und wurde bisher nur in Gefangenschaft beobachtet. Verschiedene Vögel, Reptilien und Haie überraschten ihre Tierpfleger mit plötzlichen Schwangerschaften, ohne jede Gelegenheit zur vorherigen geschlechtlichen Paarung. In freier Natur ließ sich eine solche „Jungferngeburt“ oder Parthenogenese bei Wirbeltieren bislang jedoch nicht beobachten.

Überraschung im genetischen Fingerabdruck

Ob es sich dabei nur um ein gelegentliches Ausnahmephänomen handelt, oder um einen natürlichen Mechanismus, war daher unbekannt – bis jetzt: Sägefische der bedrohten Art Pristis pectinata kommen damit offenbar gut zurecht. Andrew Fields von der Stony Brook University in New York und seine Kollegen haben Exemplare dieser Sägerochen in einer Flussmündung im US-Bundesstaat Florida genetisch untersucht und sind dabei auf dieses überraschende Ergebnis gestoßen.

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