Liebe Veganer, bitte lebt eure Religion zu Hause aus


Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
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Ein italienischer Gerichtshof zwingt eine vegane Mutter, ihren Kindern Fleisch zu geben – ein richtiger Entscheid. Der Umgang mit Ernährung nimmt religiöse Züge an. Das ist ärgerlich.


Von Maurice Thiriet|WATSON

In einer perfekten Welt würden Kinder an ihrem Geburtstag einen Kuchen in die Krippe, den Kindergarten oder die Schule bringen und die Sonne würde scheinen. Alle Klassenkamerädli würden «Happy Birthday» singen, dann würde das Geburtstagskind die vier bis zwölf Kerzen ausblasen und alle würden sich ein Stück des Kuchens in den Kopf stopfen.

Aber die Welt ist leider nicht perfekt. Ein italienisches Gericht musste eine geschiedene, vegan lebende und erziehende Mutter dazu anhalten, ihren 12-jährigen Sohn mit Fleisch zu versorgen, ansonsten erleide dieser an den Besuchstagen beim carnivoren Vater einen Diätschock.

Nun flammt erneut die Debatte auf, wie Eltern die Ernährung ihrer Kinder ausgestalten sollen. Gesund? Sicher. Vegan? Eher nicht. Oder doch? Vegetarisch? Okay. Die Debatte hat ihre Berechtigung.

Der Veganismus, der Gegentrend zur industriell produzierenden Fleischwirtschaft, ist keine Modeerscheinung, sondern wird sich noch weiter manifestieren – nicht aus Tierliebe oder Protest gegen die Fleischwirtschaft, sondern als eigentlicher kulinarischer Code der Globalisierungs- und Kapitalismuskritiker. Kurz: Was für die Hippies der Pazifismus war, ist der Veganismus für die Generation X.

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