Vatikan liefert Munition für Kampagne gegen Israel


Foto: dpa Ein Besuch mit Folgen – Palästinenserführer Mahmud Abbas beim seinem Besuch am 16. Mai 2015 bei Papst Franziskus in Rom
Das Papst-Wort vom „Friedensengel“, bezogen auf Palästinenserführer Abbas, zog Kreise und führte zu Falschmeldungen in der internationalen Presse. Das ist schlecht für Israel, gut für seine Feinde.


Von Lord Weidenfeld|DIE WELT

Zwei krasse Episoden im Nervenkrieg der Palästinenser und Israelis beleuchten die Gefahr lückenhafter oder gar falscher Berichterstattung sogar in so hochgeschätzten Medien wie der BBC und führenden New Yorker Zeitungen. So hätte Papst Franziskus bei einer Audienz den Palästinenserchef Mahmud Abbas als „Friedensengel“ bezeichnet, was die gespannte Atmosphäre mit den Israelis noch verhärtete.

In der Tat hatte der Papst dieses Lob sofort mit der Vorbedingung verbunden, dass es Abbas gelänge, den Friedensprozess um eine Zweistaatenlösung wieder anzukurbeln. Die Berichterstattung verschwieg diese wichtige Voraussetzung. Stimmen aus dem Vatikan versuchten später, die Spannung zu mildern: Das Kompliment „Friedensengel“ würde öfter wichtigen Gästen im Vatikan verliehen.

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