Staat und Kirche: «Einbindung ist enorm wichtig»


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Das Staatskirchentum, wie es der Kanton Bern kennt, sollte nicht leichtfertig preisgegeben werden, sagt die Publizistin Gret Haller.

Von Bernard Ott, Dölf Barben|DER BUND

Das Band zwischen Staat und Kirche soll im Kanton Bern gelockert werden. Sie betrachten dies kritisch. Warum?
Der Begriff «Trennung von Kirche und Staat» wird oft nicht richtig eingeordnet. «Trennung von Kirche und Staat» ist eine Methode, mit der ganz unterschiedliche Dinge erreicht werden können. Das beste Beispiel dafür sind Frankreich und die Vereinigten Staaten.

Inwiefern?
Beide haben eine sehr strikte Trennung von Kirche und Staat. Aber die Zielsetzungen dieser Trennung sind diametral verschieden. Die Franzosen wollen vermeiden, dass sich die Kirche beziehungsweise die Religion in die Politik einmischt – während die Amerikaner genau das Gegenteil bezwecken: Sie wollen nicht, dass die Religion daran gehindert wird, in die Politik einzufliessen. In der US-Politik spielt das Religiöse eine unglaublich grosse Rolle – eine Rolle, die es in keinem europäischen Staat spielen könnte.

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