Irland schockiert das katholische Polen


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An Fronleichnam bezeichnete der Erzbischof von Warschau Kazimierz Nycz den Ausgang des Referendums in Irland als Bedrohung für Polen. Auch weitere Erzbischöfe kritisierten an dem katholischen Hochfest Formen des Zusammenlebens, die gegen Grundsätze dieser Glaubensrichtung verstoßen. Damit sind die Kirchenvertreter auf einer Linie mit der Regierung. Kann hier mit einer Modernisierung des Landes gerechnet werden?
 

Von Lukas Plewnia|POLEN HEUTE

In einer landesweiten Abstimmung im Mai sprach sich eine deutliche Mehrheit der Iren für die Homo-Ehe aus. Damit ist Irland weltweit der erste Staat, der durch ein Referendum dieses Partnerschaftsmodell legalisiert und damit auf die gleiche Stufe mit der traditionellen Ehe stellt.

Dies wird im katholischen Polen als Bedrohung angesehen. Warum? Einige Medien berichten, Irland sei ein Beleg dafür, dass ein erzkatholische Land sich innerhalb weniger Jahre hin zur modernen und weltoffenen Gesellschaft wandeln kann. Damit brächen Dämme, eine Jahrtausende alte Glaubenslehre wanke innerhalb kürzester Zeit, sie verliere rapide an Einfluss und Macht.

Und warum ist das erst jetzt Thema in Polen? Gestern feierte das Land Fronleichnam, ein katholisches Hochfest. Damit übernahm der Klerus die Deutungshoheit. „Das letzte Referendum in Irland im Bereich der eingetragenen Lebensgemeinschaften des gleichen Geschlechtes, aber insbesondere sein Ergebnis in einem so katholischen Land, noch vor 30 Jahren, sind eine ernste Warnung für ganz Europa. Schwestern und Brüder, wird sollten demütig sein und sagen, dass dies auch eine Warnung für unsere Heimat ist“, sagte gestern Kazimierz Nycz, Erzbischof von Warschau, während einer Predigt in der polnischen Hauptstadt.

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