Franz: Bei Schweinereien den TV-Kanal wechseln


hailmary

Papst Franziskus schaut nach eigener Aussage seit 20 Jahren kein Fernsehen mehr. Mitte der 1990er Jahre habe er gemerkt, „dass das Fernsehen mir nicht gut tat“, und damit aufgehört, sagte er am Samstag bei einem Treffen mit 800 Jugendlichen zum Abschluss seines Ein-Tages-Besuchs in Sarajevo. Er sei aber in dieser Hinsicht „altmodisch, aus der Steinzeit“, fügte der 78-Jährige hinzu. Er verstehe, dass sich die Zeiten mittlerweile geändert hätten und man jetzt „im Zeitalter der Bilder“ lebe. Doch auch heute müsse man das tun, was man früher in der Zeitalter der Bücher getan habe: „auswählen, was mir guttut!“

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Fernsehsender hätten ein große Verantwortung, betonte der Papst. „Doch die Verantwortung, das richtige Programm auszuwählen, haben wir selbst. Wenn da etwas läuft, was uns nicht guttut, was die Werte niedermacht, auch Schweinereien: den Kanal wechseln! Das haben wir auch schon in meiner Steinzeit mit den Büchern so gemacht.“ Jugendliche sollten auch keine „Sklaven des Computers sein“, sagte Franziskus, sonst hätten sie keine Freiheit. „Schaut Fernsehen und nutzt den Computer, aber für Dinge, die uns wachsen lassen und die uns guttun!“, rief er den Jugendlichen zu.

Franziskus antwortete damit auf die Frage eines Mädchens, ob es stimme, dass er kein Fernsehen schaue. Wie schon zuvor bei einer Begegnung mit Priestern und Ordensleuten in der Kathedrale von Sarajevo verzichtete nämlich auf das Verlesen seiner vorbereiteten Rede; stattdessen ließ er sich auf eine Frage-Antwort-Runde mit ein paar jungen Leuten auf dem Podium ein.

Bei dem Treffen, das musikalisch u.a. von einem multiethnischen Kinderchor gestaltet wurde, kam auch eine junge bosnische Serbin zu Wort. Sie berichtete über ein ökumenisches Projekt katholischer und orthodoxer Jugendlicher. „Unser Ziel ist es, dass wir uns besser kennenlernen, unsere Ähnlichkeiten wahrnehmen und unsere Unterschiede verstehen. Damit wollen wir die Vorurteile überwinden, die unter uns bestehen, und den Frieden in Bosnien-Herzegowina bewahren“, sagte sie.

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