Schonende Forschung


Bild: animalequality.de
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Tierversuche mag keiner. Die Proteste gegen Experimente mit Tieren haben in den letzten Jahren zugenommen. Sie sind eine Reaktion auf deren wachsende Zahl und Intensität. In den letzten Jahren setzte man weltweit annähernd hundert Millionen Tiere für Forschungszwecke ein. Die Ziffer ist eine Schätzung, da genaue Statistiken nicht existieren. Die meisten Versuchstiere – vor allem Mäuse und Ratten – wurden im Labor eigens für die jeweiligen Experimente gezüchtet. Etliche von ihnen starben beim Versuch, viele qualvoll.

Von Peter-André Alt|Berliner Morgenpost

Meist wird argumentiert, dass Tierversuche für medizinische und pharmazeutische Forschung ohne Alternative seien. Ihre Ergebnisse lassen direkte Rückschlüsse auf menschliche Körperreaktionen, auf Krankheitsprozesse und genetische Einflüsse zu. Eine außerhalb lebender Organismen – „in vitro“ – durchgeführte Versuchsreihe liefert dagegen nur bedingt übertragbare Befunde. Gerade für Arzneimitteltests und die Untersuchung von Krankheitserregern sind Experimente mit Tieren – „in vivo“ aussagekräftiger und damit auch belastbarer. Krebsforschung und Umweltmedizin verdanken dem wichtige Fortschritte.

Stehen also die Meinungen unvereinbar gegeneinander? Hier die ethisch argumentierenden Gegner, dort die medizinisch argumentierenden Befürworter? Es gibt, zum Glück, Auswege aus dem Dilemma. An der Freien Universität wurde vor wenigen Monaten ein großes Projekt zum Thema „Tierschutz in der Forschung“ etabliert. Sein Ziel: Tierversuche durch ein dreistufiges Verfahren verzichtbar zu machen.

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