Türkei: Protest gegen religiöse Schulen


„Genug! Hört auf, unsere Schulen in Imam Hatips zu verwandeln!“ – Schon im vergangenen Sommer demonstrierten Eltern gegen die Schulpolitik. (OZAN KOSE / AFP)
Die Spaltung der türkischen Gesellschaft spiegelt sich auch im Schulsystem wider: Immer mehr staatliche Schulen sollen in sogenannte Imam-Hatip-Schulen umgewandelt werden, Einrichtungen mit einem Schwerpunkt auf religiöser Erziehung. Doch viele liberale Eltern wehren sich dagegen.

 

Von Thomas Bormann|Deutschlandfunk

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist als Kind selbst auf eine Imam-Hatip-Schule gegangen. Das sind eigentlich Berufsschulen für Imame. Sie sind aber für alle Schülerinnen und Schüler offen; jeder kann dort Abitur machen. Präsident Erdogan ist überzeugt: Der Unterricht dort tut jedem gut.

Im Stundenplan stehen drei zusätzliche Fächer, nämlich: Koran; das Leben des Propheten und Arabisch. Die Mädchen tragen im Unterricht Kopftuch, was an den normalen staatlichen Schulen der Türkei bis vor Kurzem noch verboten war. Aber die islamisch-konservative Regierungspartei AKP hat das Kopftuchverbot an Schulen und Universitäten aufgehoben.

Und sie hat vor zwei Jahren durchgesetzt, dass Schüler bereits ab der 5. Klasse und nicht erst ab der 9. Klasse Imam-Hatip-Schulen besuchen dürfen.

weiterlesen

1 Comment

Kommentare sind geschlossen.