„Alles Porno oder was?“


Die Mehrzahl der Jugendlichen hat mindestens schon einmal einen Porno gesehen Foto: Photographer: Chepko Danil Chepko@yandex.ru
Pornos gehören bei einem großen Teil der Jugendlichen zum Alltag. Zum Thema „Alles Porno oder was?“ hat Nikolaus Franke, Referent beim Weißen Kreuz, beim Kirchentag in Stuttgart referiert.

pro Medienmagazin

Die Sonne strahlt an Samstagnachmittag in Stuttgart, die Luft ist schwül. Das Interesse am Workshop „Alles Porno oder was?“ ist groß. Der Raum 0.8 des „SpOrt“-Zentrums füllt sich mit vielen interessierten Jugendlichen. Ein paar mehr Jungen als Mädchen sind gekommen, das Verhältnis hält sich aber fast die Waage. Ausgeschrieben ist das Seminar für Jugendliche von 16 bis 25 Jahren. Einige wenige Erwachsene sind auch gekommen.

Mit 17 Jahren: Fast jeder Junge hat mindestens einen Porno gesehen

Nikolaus Franke, Jugendreferent des Weißen Kreuzes, hatte selbst einmal drei Jahre Probleme mit unkontrolliertem Porno-Konsum. Er stellt den Jungen und Mädchen ein paar Zahlen vor. Im Alter von 13 Jahren haben fast 70 Prozent der Jungen und 43 Prozent der Mädchen schon einmal einen Pornofilm gesehen. Diese Zahlen stammen aus der Dr. Sommer-Studie aus dem Jahr 2009, noch vor der Smartphone-Revolution. Im Alter von 17 Jahren haben schließlich 93 Prozent der Jungen und 80 Prozent der Mädchen mindestens schon einmal sexuelle Handlungen als Film gesehen.

Der Jugendreferent geht davon aus, dass die Zahlen heute noch höher sind als 2009. Die Zahl bei den Jungen ist höher. Es gebe aber auch Mädchen, die regelmäßig Pornos konsumierten und wiederum Jungen, die nie konsumierten. „Pornos gehören bei einer relevanten Gruppe zum sexuellen Lernen dazu“, sagte Franke am Samstag in Stuttgart.

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