„Den hätte ich nicht für einen Moslem gehalten“


„Verwirrung ist der erste Schritt zur Einsicht“, findet Bekim Agai – zum Beispiel die Verwirrung mancher Gesprächspartner darüber, dass der Islamwissenschaftler so gar nicht nach türkischer oder arabischer Herkunft aussieht. Foto: Michael Schick
Auf einen Kaffee mit Bekim Agai: Der Frankfurter Islamwissenschaftler wird gefragt, sobald es um Religion und Gewalt geht. Dabei kommt für ihn der Blick auf den Alltag von Muslimen zu kurz.


Von Pitt von Bebenburg und Timur Tinç|Frankfurter Rundschau

Ein silberner Samowar steht im Dienstzimmer von Professor Bekim Agai. Doch auch eine Kanne Kaffee hat Agai für das Gespräch mit der Frankfurter Rundschau bereitgestellt. Er trinkt erst das eine, dann das andere – und beides schwarz. In der Öffentlichkeit ist Agai präsent, wenn Debatten über den Islam, aber auch über Islamismus und Gewalt geführt werden – etwa als Gastredner im hessischen Landtag. Wir treffen ihn im Juridicum der Frankfurter Universität auf dem alten Bockenheimer Campus. Dort hat das Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam seinen Sitz, das der 41-Jährige als geschäftsführender Direktor leitet.

Herr Professor Agai, wenn Sie Freunde treffen, worüber sprechen Sie am liebsten?
Wenn ich mich mit Freunden treffe, bin ich froh, wenn man über vieles sprechen kann, was im Leben eine Rolle spielt. Religion ist nur ein Teil davon. Manchmal ist Fußball ein anderer, manchmal Familie. Das Leben dreht sich nicht immer nur um Religion. Das muss man sich selbst und anderen immer wieder klar deutlich machen, gerade wenn man an einem Lehrstuhl beschäftigt ist, der sich mit einem derzeit öffentlich allgegenwärtigen Islam befasst.

Gibt es einen Fußballverein, mit dem Sie leiden?
Ich bin weniger Fußballer als Basketballer. Ich gehe öfter mal zu Spielen. Weil ich lange in Bonn gelebt habe, habe ich meine kleine Fanbeziehung zu den Baskets Bonn. Auch das muss seinen Platz haben.

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