Kreativität und Schizophrenie gehen Hand in Hand


Friedrich Hölderlin, Pastell von Franz Karl Hiemer, 1792. Von Dichter Friedrich Hölderlin wird angenommen, dass er schizophren war. Bild: wikimedia.org/PD
Genialität und Wahnsinn liegen dicht beieinander – was der Volksmund sagt, bestätigt nun eine neue Studie: Zwischen hoher Kreativität und psychischen Erkrankungen gibt es einen genetischen Zusammenhang.


Von Stefan Parsch|DIE WELT

Lässt sich zwischen künstlerischen Berufen und psychischen Erkrankungen ein genetischer Zusammenhang nachweisen? Ein internationales Forscherteam um Kari Stefansson von der Universität Reykjavik ist dieser Frage nun in einer groß angelegten Untersuchung auf den Grund gegangen.

Dazu untersuchte es zunächst das Erbgut von mehr als 150.000 Menschen. Bei einem Teil davon war entweder Schizophrenie oder eine bipolare Störung festgestellt worden. Die Wissenschaftler fahndeten nach jenen Erbanlagen, die mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für jede der beiden Erkrankungen einhergingen.

Die Resultate glichen sie dann zunächst mit Daten von mehr als 86.000 Isländern ab. Dabei suchten sie Übereinstimmungen sowohl mit dem Erbgut von Menschen mit Schizophrenie und bipolarer Störung als auch mit dem von besonders kreativen Menschen: Schauspielern, Tänzern, Musikern, bildenden Künstlern oder Autoren.

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