Wie wollen wir sterben?


Der Vizepräsident des Bundestages, Peter Hintze (CDU), sowie die Abgeordneten Dagmar Wöhrl (CSU), Carola Reimann (SPD), und Katherina Reiche (CDU) während der Sterbehilfedebatte im Bundestag
Wer darf helfen, wenn das Sterben nicht zur Qual werden soll? Ein Regelwerk dazu fehlt derzeit in Deutschland – noch. Die Politik diskutiert nun ein Gesetz, das die letzten Dinge klären soll

Von Wulf Schmiese|Cicero

Bei der Sterbehilfe sagt es sich nicht leicht: Sein Wille geschehe. Wessen Wille? Der des Menschen, der nicht mehr will und nicht mehr kann? Der des Arztes oder des Angehörigen, der ihm helfen könnte, den allerletzten Schritt zu gehen? Oder der einer höchsten Macht, die über Leben und Tod entscheidet?

Es sind Fragen, die an die letzten Dinge rühren. Es geht um Ethik, Werte und damit um das Gewissen des einzelnen Menschen, womit sich der Bundestag in diesem Sommer befassen wird. Vor allem geht es um Leben und Tod. Rechtlich soll geregelt werden, inwiefern todkranken Menschen, die sterben wollen, bei der Selbsttötung geholfen werden darf. Die Bundestagsabgeordneten entscheiden darüber frei von ihrer Fraktionsführung.

Gesetz gegen Graubereich

Ein Gesetzesentwurf liegt bereits vor, dem große Chancen eingeräumt werden. Denn ihn hat die größte überfraktionelle Gruppe des Bundestages formuliert und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat ihn bereits als Erster unterzeichnet. Man will mit diesem Gesetzentwurf alles, was heute möglich ist, erhalten, sagt einer der Wortführerinnen in dieser Frage, Kerstin Griese von der SPD: „Wir wollen, dass der ärztliche Freiraum erhalten bleibt, das alles das, was möglich ist an indirekter Sterbehilfe, an passiver Sterbehilfe bis hin zu palliativer Sedierung, erhalten bleibt. “

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