Huber: „Religionen müssen Rechtsstaat anerkennen“


Nicht nur Muslime, sondern auch Christen müssten ihre Haltung zum demokratischen Rechtsstaat immer wieder neu hinterfragen, findet Wolfgang Huber Foto: pro
In der aktuellen Ausgabe von Christ und Welt spricht der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), Wolfgang Huber, über das Verhältnis von Religion und Demokratie – und mahnt dabei sowohl den Islam als auch das Christentum.


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„Viele Muslime in Deutschland haben noch immer das Gefühl, nicht vollständig anerkannt zu sein“, sagte Huber im Gespräch mit Christ und Welt. „Deshalb versuchen sie, ihre Religion abzugrenzen von deren extremen Vertretern – auch weil sie fürchten, sonst als demokratieunfähig wahrgenommen zu werden.“ Für diese Furcht habe er zwar Verständnis, forderte jedoch Vorsicht vor einer Verharmlosung des Islamismus.

In den vergangenen Monaten ernteten muslimische Theologen seitens muslimischer Verbände immer wieder scharfe Kritik, wenn diese sich für Reformen einzusetzen versuchten. Dafür gibt es laut Huber einen Grund: „Weil es schmerzt, das eigene fundamentalistische Potenzial einzugestehen.“ Das betreffe nicht nur Muslime, sondern auch christliche Theologen täten sich damit schwer. „Und doch muss sich der Islam genau wie das Christentum fragen lassen, ob er unter das Dach der Freiheit passt, den Rechtsstaat bejaht und unser Religionsverfassungsrecht anerkennt.“

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