Greg Graffin: „Ich erlebe Deutschland als einen nicht sehr religiösen Ort“


Bad Religion

Greg Graffin ist Evolutionsbiologe und einer der bekanntesten Musiker der USA: Er ist Sänger der Band „Bad Religion“. Die Band benutzt als ihr Logo ein durchgestrichenes Kreuz und grenzt sich somit bewusst ab von christlicher Religion. Im Streitgespräch mit evangelisch.de spricht Greg Graffin über seinen Glauben, über das, was man seinen Kindern weitergeben sollte und sein Bild von Deutschland.


evangelisch.de

Was wissen Sie über die Deutschen und ihre Verhältnis zu den Religionen?

Greg Graffin: Ich komme seit einem Vierteljahrhundert nach Deutschland, meistens als Punkrocker. Und ich erlebe Deutschland nicht als einen sehr religiösen Ort. Ich weiß, dass es eine starke säkulare Tendenz gibt, die deutsche Kultur ist schon weitgehend verweltlicht. Aber mir ist auch klar, dass es eine große katholische und protestantische Tradition gibt, die unter Umständen ablehnt, für was Bad Religion steht, und sich von uns angegriffen fühlt

Wie sieht es in Ihrer Heimat, den USA, aus?

Graffin: Ein wenig anders. In Deutschland sind selbst kleinere Orte mit dem Rest verbunden, über die Bahn oder andere Verbindungen. Das ist in den USA anders. Viele Gemeinden und Städte sind isoliert. Und in diesen Orten sind die Menschen viel häufiger ihren Traditionen verhaftet. Dort ist es viel schwieriger, in die Freiheit auszubrechen. Eine säkulare Gesellschaft wie hier in Deutschland – in den USA ist das kaum vorstellbar.

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