„Wenn du dein Spielzeug nicht mitbringst, machen wir dich tot“


Foto: dpa Die Mainzer Kindertagesstätte Maria Königin hat nach einem massiven Missbrauchsvorfall geschlossen. Fast alle der 55 Kleinkinder sollen bedroht, geschlagen und sexuell missbraucht worden sein – von anderen Kindern
Skandal in einer Mainzer Kita: Kinder wurden gezwungen, in die Puppenecke zu pinkeln. Sie wurden gedemütigt, geschlagen und sexuell missbraucht – von anderen Kindern. Wie konnte es soweit kommen?


Von Hannelore Crolly|DIE WELT

Die Mainzer Kindertagesstätte Maria Königin gibt ein trostloses, ja fast unheimliches Bild ab an diesem Tag kurz nach dem Paukenschlag. Hinter den zartgelben Vorhängen regt sich nichts, weit und breit ist kein Kind zu sehen. Und doch stehen und liegen vor dem Eingang wild durcheinander niedliche Dreiräder, rote Tretautos und kleine Schubkarren, mit denen die Kleinen bis vor Kurzem über den Hof gekurvt sein oder „Gärtner“ gespielt haben müssen.

Es sieht aus, als seien die Spielgeräte nur mal eben für eine kurze Trinkpause abgestellt worden – und dann urplötzlich alle Kinder aus unerklärlichem Grund wie vom Erdboden verschwunden. So ähnlich war es eigentlich auch: Die Kita wurde von der katholischen Kirche als ihrem Träger Knall auf Fall dichtgemacht, weil dort schier Unglaubliches aufgedeckt wurde.

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