Woelki: Gefeilsche um Flüchtlings-Quoten wie um Schadstoffe


Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki wirft den europäischen Staaten eine Flüchtlingspolitik nach dem „Sankt-Florian-Prinzip“ vor. „Jeder hält seine Haustür zu und verweist auf den Nachbarn, der doch bitte die Flüchtlinge aufnehmen soll“, sagte der Erzbischof am Sonntag dem Kölner domradio. „Da wird um Quoten und Aufnahme-Kontingente gefeilscht, wie sonst um Abgasmengen oder Schadstoffe.“


kathweb

Länder wie Großbritannien, Irland und Dänemark hätten sich bereits gegen die vereinbarte Aufnahmequote entschieden, kritisierte Woelki. Die Begeisterung in Frankreich, Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und den baltischen Staaten halte sich auch in Grenzen. „Es ärgert mich, dass wir im reichen Haus Europa so klein und armselig denken“, so Woelki. „Es geht doch hier nicht um die Pest, die wir ins Haus holen, sondern um Menschen, die unsere Hilfe brauchen.“ Menschen verließen nicht freiwillig ihre Heimat, sondern wegen Krieg, Terror, Not, Elend und Armut.