Lecker Hund


Hundefleischgericht aus dem chinesischen Guilin. Foto: ByeByeBaby~commonswiki. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Hunde werden in der westlichen Welt zur Bewachung von Haus, Hof und Schafherden eingesetzt. Sie dienen als Blinden- oder Rettungshunde, in der großen Mehrheit jedoch als treuer Begleiter und vielfach als mehr oder weniger verhätscheltes Schoßhündchen oder gar Kinder-Surrogat. In manchen Regionen dieser Erde landen sie jedoch traditionell auch im Kochtopf oder der Pfanne und werden als Delikatesse genossen.


Von Christoph Jehle|TELEPOLIS

Darüber, dass Hunde nicht nur Briefträgern kraftvoll in die Wade beißen, sondern selbst auf dem Speisezettel landen können, regt man sich heute gerade in den westlichen Industrieländern immer mehr auf. Zunehmend scheint sich aber auch der chinesische Mittelstand vom Brauch des Hundeverzehrs zu distanzieren, hat aber eher geringe Probleme damit, seinen vierbeinigen Spielgefährten das Leben auf dem Balkon eines Wohnsilos fristen zu lassen. Das ist dann auch ein echtes Hundeleben.

Seit etwa fünf Jahren kocht regelmäßig in der zweiten Junihälfte das Thema Hundefleisch hoch. Denn am 21. Juni, wenn in viele Ländern die Sonnwende gefeiert wird, begeht man in Yulin im autonomen Gebiet Guangxi im Süden Chinas das Litschi-Hundefleisch-Festival. Dann schlägt so manchem Hund das letze Stündchen und er landet oft gewaltsam erschlagen im Suppentopf oder in der Pfanne.

Es gibt durchaus grausige Videodokumente, die zeigen, wie Hunde zu Tode geprügelt werden, bevor sie zerlegt werden. Wer sich jetzt jedoch über das gewaltsame Ende der Hunde aufregt, sollte sich auch einmal in einer industriellen Fleischverarbeitung hierzulande genauer umsehen und könnte dabei feststellen, dass nicht jedes Schwein wirklich tot ist, wenn es in heißem Wasser gebrüht wird, um seine Borsten leichter entfernen zu können.

Dass Ostasiaten eine besondere Esskultur besitzen, einen beachtlichen Teil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben und Leckereien kennen, die hierzulande kaum als solche bekannt sind, hat sich inzwischen auch in Westeuropa herumgesprochen. Dass sie jedoch alles verzehren, was vier Beine hat (außer Tisch und Stuhl), ist sicher eine extreme Zuspitzung – aber Spezialitäten wie Bärenfleisch gibt es in China auch im Fastfoodlokal.

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