Polen: Zwischen Versteckspiel und Regenbogenfahne


kirche_polenUm ihr Demonstrationsrecht müssen Polens Schwule und Lesben nicht mehr vor Gericht kämpfen, wenn sie auf der „Gleichheitsparade“ durch Warschau ziehen. Doch der Kampf um Akzeptanz und mehr rechtliche Anerkennung dauert an.


evangelisch.de

Regenbogenfahnen, Drag Queens und jede Menge Schwule und Lesben von nebenan: Auch Marek (35) und Krzysztof (28) versammeln sich am Samstag vor dem Warschauer Parlament, dem Startpunkt der alljährlichen „Parada Rownosci“ (Gleichheitsparade). Es ist die polnische Variante des Christopher Street Days und im Vergleich zu den Gay Pride Märschen etwa in Köln, Tel Aviv oder San Francisco sind die Marschierer, die den Tag zur schrillbunten Selbstinszenierung nutzen, eindeutig in der Minderheit.

Denn wenn sich der Marsch am Abend auflöst und der Schutz der Masse wegfällt, dürften einmal mehr Rechtsextreme und Hooligans irgendwo in der Stadt auf die Gelegenheit lauern, Schwule zu jagen und zu verprügeln. Da wollen viele lieber nicht zu sehr auf sich aufmerksam machen. Marek und Krzysztof sind seit drei Jahren ein Paar und haben mit einer Regenbogennadel am T-Shirt den eher diskreten Auftritt gewählt. Marek ist „privat“ offen schwul, aber in der Warschauer Bank, in der er arbeitet, behält er sein Privatleben lieber für sich.