Ist der „Kexit“ (Kirchenaustritt) aufzuhalten?


Bild: tilly
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Der „Kexit“ (neudeutsch für Kirchenaustritt) ist zum Massenphänomen geworden – 176.551 Evangelische kehrten 2013 ihrer Gemeinschaft den Rücken, das ist ein massives Plus von 27,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr


kath.net

Die jüngste EKD-Mitgliederstatistik bringt es an den Tag: Der „Kexit“ (neudeutsch für Kirchenaustritt) ist zum Massenphänomen geworden. 176.551 Evangelische kehrten 2013 ihrer Kirche den Rücken – ein massives Plus von 27,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und die Austritte werden nach ersten Angaben 2014 noch viel stärker gestiegen sein – vor allem wegen der Reaktionen auf den ungeschickt verkündeten automatischen Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Verschärfend kommt hinzu: Die ohnehin vergleichsweise spärlichen Eintritte sanken 2013 um 2,5 Prozent auf 50.116.

Stunde der Wahrheit

Das kommt einer Bankrotterklärung bedrohlich nahe – wenn auch vorerst nicht finanziell, weil die Kirchensteuern dank der guten Konjunktur noch reichlich fließen. Trotzdem schlägt die Stunde der Wahrheit: Schluss mit den beschwichtigenden Erklärungen, der Mitgliederschwund sei nur eine Folge der Bevölkerungsentwicklung; da könne man halt nichts machen. Schluss mit der unkritischen Anbiederung an den Zeitgeist: Die „Orientierungshilfe“ der EKD aus dem Jahr 2013, die allen möglichen Formen von „Ehe“ und „Familie“ kirchliche Anerkennung verspricht, hat den „Kexit“ nicht aufgehalten, sondern ihn wahrscheinlich befördert. Wie viele Kirchenmitglieder noch auf dem Absprung sind, ist unklar; klar ist aber, wie winzig die Kerngemeinde der treuen Gottesdienstbesucher ist: beschämende 3,5 Prozent aller Mitglieder. Wobei auffällt, dass der Gottesdienstbesuch in den pietistischen Kernlanden von Sachsen und Württemberg am höchsten und im theologisch liberalen Norden am niedrigsten ist.

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1 Comment

  1. Klicke, um auf Religionszugehoerigkeit_Bevoelkerung_Deutschland_2014.pdf zuzugreifen

    So ganz stimmen die Zahlen nicht, auch weil darin Hochrechnungen sind. Die Tendenz „stark abnehmend“ für die religiösen Einfaltspinsel ist eindeutig. Die beiden Amtskirchen stehen der Entwicklung ohne jedes Rezept gegenüber, ihr zusammen gelogenes Kartenhaus ist am einstürzen.

    Da werden gezinkte Statistiken produziert, indem die Befragten nur aus nicht repräsentativen Kreisen ausgewählt werden. Frommer Selbstbetrug wie jedes Wort von denen

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