Historiker: Auschwitz wurde für den Massenmord neu organisiert


Bild: wikimedia.org/Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA
Vor dem Landgericht Lüneburg hat der Historiker Stefan Hördler das Lager Auschwitz als eine gezielt auf den Massenmord ausgerichtete Tötungsmaschinerie beschrieben. Den SS-Leuten dort sei das bewusst gewesen, sagte er im Prozess gegen Oskar Gröning.


evangelisch.de

Im Lüneburger Auschwitz-Prozess gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning hat am Mittwoch erneut ein Gutachter Aussagen des Angeklagten infrage gestellt. Der Historiker Stefan Hördler geht davon aus, dass Gröning häufiger an der Bahnrampe in Auschwitz-Birkenau eingesetzt war als dieser selbst zugibt. Der 94-jährige Angeklagte hatte angegeben, dort nur dreimal vertretungsweise Dienst getan zu haben. Ähnliche Zahlen hätten auch Beschuldigte in früheren Auschwitz-Prozessen angeführt, sagte Hördler. „Das fällt schon auf, dass relativ identische Zahlenmuster genannt wurden.“

Gröning, muss sich vor dem Landgericht Lüneburg wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen verantworten. Dem früheren Buchhalter von Auschwitz wird vorgeworfen, Spuren der Massentötung verwischt zu haben, indem er half, an der Bahnrampe in Auschwitz-Birkenau Gepäck wegzuschaffen.

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