Merkel will Sterbehilfe-Verbot


Angela Merkel wünscht sich eine restriktive Regelung der Suizibeihilfe in Deutschland. Am 2. Juli ist ein neues Gesetz Thema im Bundestag Foto: pro/Lutz
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Freitag in Berlin für ein Verbot der gewerblichen Suizidbeihilfe geworben. „Es darf mit dem Tod und dem Sterben kein Geschäft gemacht werden“, sagte sie – und war sich dabei mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe einig.


pro Medienmagazin

Leid und Schmerzen gehörten zum Leben dazu, erklärte die CDU-Vorsitzende Merkel bei der 50. Bundestagung des Evangelischen Arbeitskreises der Union (EAK). „Deshalb ist es für uns als Christen wichtig, bei aller Lebensfreude deutlich zu machen, dass es Menschen gibt, die schwach sind.“ Schwäche führe aber nicht automatisch zum Verlust der Lebensfreude. Merkel mahnte zur Vorsicht: Wer könne schon wissen, wo Menschenwürde am Ende des Lebens individuell beginne und ende. Auch deshalb befürworte sie die Gesetzesvorlage ihres Parteikollegen Michael Brand, der die gewerbliche Suizidbeihilfe unter Strafe stellen will. Das beträfe sogenannte Sterbehilfe-Vereine, aber auch Ärzte, die mehrfach Beihilfe zum Suizid leisten. Auch die Werbung für solcherlei Angebote möchte Brand verbieten. Seiner Position hat sich unter anderem die kirchenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, angeschlossen. Am 2. Juli besprechen die Abgeordneten die möglichen Gesetze in erster Lesung.

Merkel rief Christen dazu auf, mutig ihren Glauben zu bekennen. „Bei uns ist es nicht verboten, aus der Bibel zu zitieren“, erklärte die Kanzlerin. Religionen trügen zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Sie warb für Toleranz im Umgang mit dem Islam. Nur weil Christen ihre Grundsätze seltener offenbarten, dürfe es anderen Religionsanhängern nicht verboten werden. Ein fruchtbarer Dialog der Religionen brauche beide Seiten.

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1 Comment

  1. Wenn mit dem Sterben und Tod kein Geschäft gemacht werden darf, warum dann mit Schmerzen (private Palliativmedizin), mit Krankheit (private Krankenhäuser) etc.? Es geht immer um das Geschäft mit dem Leid, sobald die Kommerzialisierung (Gewinnstreben) Vorrang vor der (optimalen) Hilfe gegeben wird. Aber nicht immer, wenn etwas bezahlt werden muss, heißt das, dass jemand „ein Geschäft“ machen will.

    Ärzte mussten schon immer bezahlt werden, und auch wenn manche es sicher als „Geschäft“ sehen, viele sind Arzt aus Berufung. Wegen der „geschäftemachenden“ Ärzte würde niemand auf die Idee kommen, die Behandlung von Kranken zu verbieten. Frau Merkel hat in Wahrheit keine Argumente sondern nur ihre religiotischen Vorurteile.

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