Mieses Personal: Der Papst macht das Licht aus

Bild bearb. BB
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Papst Franziskus, der jüngst eine Umwelt-Enzyklika vorlegte, zeigt auch persönliches Umweltbewusstsein: In der vatikanischen Casa Santa Marta, wo er wohnt, macht er häufiger den von anderen angelassenen Lichtschalter aus. Das berichtete der Münchner Kardinal Reinhard Marx am Freitagabend in Fürstenfeldbruck unter Berufung auf Mitbewohner des päpstlichen Domizils. „Jemand hat mir erzählt, dass Franziskus hingeht und unnötige Lichter ausschaltet“, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz wörtlich. Marx zählt zu den engsten Mitarbeitern des Papstes, der für seine am Donnerstag veröffentlichte Enzyklika breites internationales Lob erntete.


kathweb

Das Papier spanne einen weiten Bogen über Schöpfung und soziale Ungleichheit bis zu einer neuen Fortschrittsidee, sagte Marx. Er äußerte sich bei einer Podiumsdiskussion zum Auftakt des Ökumenischen Kirchentags in Fürstenfeldbruck.

Der Papst sage mit großer Kraft viele Dinge, „die wir in der Kirche schon lange diskutieren“, ergänzte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, der auch an der Veranstaltung teilnahm. Bedford-Strohm wies auf die weltweiten ökologischen Ungleichgewichte hin.

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Gott und die Welt auf Wikipedia

Foto: Wikimedia/Robertolyra/Lizenz: CC BY-SA 3.0
Foto: Wikimedia/Robertolyra/Lizenz: CC BY-SA 3.0
Informationen zu Religionen und zum Glauben holen sich viele Internetnutzer auf Wikipedia, der Enzyklopädie für fast alles. Wie kommen die Inhalte zustande, wer schreibt sie, und welche Regeln gelten für die Autorinnen und Autoren?


Von Stefan Mey|evangelisch.de

Was ist die Bibel, was sagt der Islam, und warum feiern wir Weihnachten? Wer im Internet über Suchmaschinen nach Antworten sucht, landet zuallererst bei Wikipedia. Die Online-Enzyklopädie, die von der Wikimedia-Stiftung, Spenden und ehrenamtlicher Arbeit lebt, wird von Google als besonders verlässliche Informationsquelle angesehen. Das gilt auch für religiöse Themen. Bei der Suche nach „Jesus“, „Gott“, „Christentum“ oder „Islam“ steht Wikipedia beispielsweise unangefochten auf Nummer 1 der jeweiligen Trefferliste.

Die meisten Religionen sind hier mit eigenen Artikeln vertreten, von den Bahai über Christentum und Islam bis zum Zoroastrismus, und es gibt religionsübergreifende Artikel zu Themen wie Gebet, Sünde oder Tod. Die von vielen freiwilligen Autoren erstellten Texte finden auch tatsächlich ihr Publikum, der Artikel zu Jesus von Nazareth beispielsweise wurde in den letzten 90 Tagen vor Mitte Juni knapp 90.000 Mal gelesen. Wikipedia ist da transparent: Unter jedem Wikipedia-Artikel steht ganz unten ein Link „Abrufstatistik“, der diese Daten liefert.

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Interview zur Enzyklika: „In der Kirche gibt es einen großen Gegenwind“

Die Armen sind von den Klimafolgen am meisten betroffen. Darum geht es in der Enzyklika des Papstes auch um sie. Foto: rtr
Michael Reder, Professor für Philosophie in München, über die radikale Stoßrichtung der Enzyklika, vernetztes Denken und politische Folgen.


Interview: Bernward Loheide|Frankfurter Rundschau

Macht Euch die Erde untertan“, heißt es in der Bibel. Ist die Kirche also selber schuld an der Umweltzerstörung?
Die Kirche hat lange Zeit keine richtige Sensibilität für Umweltfragen gehabt. Sie hat mit diesem Satz aus der Bibel auch eine Politik und ein Verhalten gefördert, das eher auf Ausbeutung der Natur ausgerichtet war. Insofern ist diese Enzyklika wirklich ein neuer Schritt in eine neue Richtung. Sie setzt das Denken der Kirche radikal auf ein neues Gleis.

Wobei ja auch schon die Vorgänger von Franziskus über Umweltschutz gesprochen haben.
Das ist richtig. Allerdings wurde das Thema Klimawandel bisher nur sehr zaghaft angegangen – und das ist eine der großen Herausforderungen für unsere Zeit. Hier finden sich sehr deutliche Worte, und zwar in einer spezifischen Wendung.

Nämlich?
Nämlich dass Armuts- und Umweltpolitik zusammengehören. Es ist zwar eine Umweltenzyklika, aber nicht ausschließlich. Es geht darum, die Interessen der Ärmsten zu beachten und derjenigen, die am stärksten diskriminiert werden. Klima- und Entwicklungspolitik dürfen nicht getrennt werden.

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Welche Folgen der Erste Weltkrieg für den Nahen Osten hatte

Bild: Badische Zeitung
Großbritannien und Frankreich eroberten im Ersten Weltkrieg den Nahen Osten, der bis dahin Teil des Osmanischen Reiches war. An kaum einem der Kriegsschauplätze sind die Folgen des Konflikts noch so zu spüren wie in dieser Region.


Interview|Badische Zeitung

Länder wie der Irak und Syrien drohen entlang ethnischer und religiöser Linien auseinanderzubrechen. Im Libanon ist der Frieden prekär. Ganz zu schweigen von Israel und den Palästinensergebieten. Einzig Jordanien ist weitgehend stabil. Über einige Ursachen dieser Probleme sprach Annemarie Rösch mit Tilman Lüdke. Der Historiker und Islamwissenschaftler ist Mitarbeiter am Arnold-Bergstraesser-Institut in Freiburg.

BZ: Welche Probleme haben die Siegermächte geschaffen, als der Erste Weltkrieg mit der Niederlage der Osmanen endete?

Lüdke: Als das Deutsche und das Osmanische Reich, die im Ersten Weltkrieg Seite an Seite gekämpft hatten, kapitulierten, besetzten Briten und Franzosen die osmanischen Territorien im Nahen Osten. Franzosen und Briten schacherten bei den Verhandlungen in Versailles darüber, wer welches Territorium bekommt. Der Sündenfall der Sieger war, dass sie die Grundlage für Nationalstaaten legten, ohne auf die Bevölkerungsgruppen Rücksicht zu nehmen. Sie zogen willkürlich Grenzen. Das lässt sich gut am heutigen Libanon zeigen. Der Libanon umfasste im Ursprung nur das Libanon-Gebirge. Viele Christen und Drusen lebten dort. Doch da der Staat aus Sicht der Sieger zu klein gewesen wäre, schlug man dem Libanon etwa auch die Bekaa-Ebene und die Küstenregion um Beirut zu. Dort leben vor allem Muslime. Schon damals machte die Bevölkerung deutlich, dass sie mit den Grenzziehungen nicht einverstanden war. Im Libanon kam es 1925 zu einem Aufstand, im Irak schon 1920.

BZ: Wie hatten die verschiedenen Ethnien, Religionen und Konfessionen im Osmanischen Reich zusammengelebt?

Lüdke: Nach jüngsten Erkenntnissen haben die Gruppen lange Zeit friedlich nebeneinander gelebt, auch auf dem Balkan. Zu diesem Ergebnis gelangt der australische Historiker Nicholas Doumanis. Die Christen mussten zwar eine Sondersteuer entrichten, ansonsten verwalteten sie sich weitgehend selbst und konnten ihre Religion frei ausüben. Sie hatten auch eine eigene Gerichtsbarkeit. Die Beziehungen zwischen den religiösen Gruppen müssen ebenfalls harmonisch gewesen sein. Bauern etwa, ob nun christlich oder muslimisch, hatten ja auch ähnliche wirtschaftliche Interessen. Das änderte sich erst mit dem Auftauchen des Nationalismus im 19. Jahrhundert. In dieser Zeit kam es mehrfach zu Pogromen etwa gegen die Armenier 1895/1896, die man beschuldigte, illoyal zu sein.

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Der Koran ist nur schön

Das Philosophie-Magazin hat die Sonderausgabe „Der Koran“ herausgebracht Foto: Philosophie Magazin / Fotomontage: pro
Es müssen zwei Versionen des Koran im Umlauf sein. Anders ist nicht zu erklären, warum westliche Intellektuelle nirgends Aufrufe zu Gewalt und Unterdrückung darin finden können, während sich Islamisten weltweit auf den Koran berufen. Das „Philosophie-Magazin“ widmet einer der beiden Koran-Versionen ein Sonderheft.


Von Jörn Schumacher|pro Medienmagazin

Es ist erstaunlich: Wer sich ein Enthauptungsvideo ansieht, wer die Begründung einer islamistischen Terrorgruppe für den jüngsten Anschlag liest, wer den Predigten der Salafisten auch hierzulande lauscht, hört viel von Allah, seinem Propheten und was der Koran über deren Verhältnis gegenüber Nichtmuslimen sagt. Doch wer einen Islamwissenschaftler fragt, woher der Hass im Islam kommt, hört vor allem eine Lobeshymne auf wundervolle Poesie.

Von den Machern eines Philosophie-Magazins würde man Begeisterung für die Aufklärung erwarten, die Ablehnung des Alleinherrschaftsanspruches irgendeiner Religion und die kritische Analyse von geistigen Strömungen, die zur Unterdrückung anderer Menschen aufruft. Wer das Sonderheft „Der Koran“ des Philosophie-Magazins aus Berlin durchliest, findet davon allerdings nicht viel. Stattdessen ergeht sich das Heft auf über 90 Seiten in einer Ode an das Buch, das „Ungläubige“ geköpft sehen will, das Frauen unter den Mann stellt und das ausschließlich Allah die Gewalt über Leben und Tod unterstellt. Die Gegenaufklärung – sie lebt.

„Poetisches Wunderwerk“

Von „Allah“ ist im Koran-Sonderheft aber ohnehin nie die Rede, sondern von „Gott“. Islam, Christentum, Judentum, wo ist da der Unterschied? Der Islam habe heutzutage in Europa ein „Imageproblem“, schreibt die Chefredakteurin Catherine Newmark im Vorwort. Durch die Sonderausgabe ihres Magazins ziehe sich eine Spannung zwischen Glaube und Vernunft. „Es ist die Kernspannung auch der über Jahrhunderte umkämpften europäischen Aufklärung. Sie führt nicht zuletzt auf die Frage nach der menschlichen Freiheit im Angesichts Gottes.“ Dass im Folgenden aber eben nicht vom Christentum (das die Aufklärung durchlebt hat), sondern vom Islam, von Allah, und eben nicht von Gott oder Jahweh, und eben vom Koran, und nicht von der Bibel die Rede ist, – geschenkt.

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Warum die Wirtschaft nicht ohne Religion kann

Harmonische Beziehung: Dieter Zetsche (r.), Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, überreicht Papst Franziskus ein Elektrofahrrad Foto: dpa
Ist der Wirtschaft noch zu helfen? Ja, wenn sie sich an religiösen Werten orientiert und Nachhilfe in Ethik nimmt, meinen Theologen. Mittlerweile glauben auch Ökonomen nicht mehr an eine Alternative.


Von Marius Nobach|DIE WELT

Allzu viel Positives mag man mit der Finanzkrise ja nicht verbinden. Immerhin aber hat sie zu einem neuen Aufschwung der Moralisten geführt: Seither wimmelt es auf politischer Ebene nur so von entrüsteten Auslassungen zu mangelnder Arbeitsmoral und der inneren Verkommenheit von Steuerschuldnern; ohne Umschweife werden dabei die ursprünglichen ökonomischen Schulden zur moralischen Schuld umgedeutet.

Nicht zu leugnen ist, dass die angewendeten Wertbegriffe aus religiösen Sinnzusammenhängen stammen – was zunächst überrascht: Schließlich haben Wirtschaftswissenschaftler lange Zeit Religionen eher kritisch gesehen. Sei es, weil sie an Max Webers Diktum vom Entstehen des Kapitalismus aus der protestantischen Ethik festhielten und Religion dementsprechend nur als historischen Wegbereiter der modernen Ökonomie gelten ließen. Oder aber sie sahen wie Walter Benjamin im Kapitalismus selbst eine moderne Form der Religion.

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Wulff sagt Annahme von Islam-Preis ab

Christian Wulff hat eine Preisverleihung zum Ärger der Ausrichtenden kurzfristig abgesagt. (Quelle: imago / Mauersberger)
Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff hat relativ kurzfristig seine Teilnahme an einer Veranstaltung abgesagt, bei der ihm ein Preis verliehen werden sollte. Über die Gründe ist bisher nichts bekannt. Die Veranstaltung weist jedoch einige Merkwürdigkeiten auf.


t-online

Wie mehrere Medien berichten, sollte Wulff am kommenden Mittwoch in Berlin von der Initiative Seniorensiegel Deutschland für sein Engagement für den Islam ausgezeichnet werden. Wulff wird an diesem Freitag 56 Jahre alt.

Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) schreibt augenzwinkernd, Wulff sei möglicherweise bewusst geworden, dass er noch zu jung für das Seniorensiegel sei. Die Veranstalter zeigten sich jedenfalls enttäuscht.

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Mark Wahlbergs Mangel im Glauben

Mark Wahlberg (2012) Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0
Mark Wahlberg (44), Schauspieler und Filmproduzent, verbietet sich selbst Scherze über Religion. So habe er auch den Produzenten seiner neuen Kinokomödie «Ted 2» klare Grenzen gesetzt, sagte er dem Münchner Magazin «Focus» (Samstag). «Die Filmemacher wissen, was mir mein Glaube bedeutet», erklärte der Katholik und Vater von vier Kindern. «Und sie wissen, dass ich nicht viel Spaß daran habe, über meine oder jede andere Religion Witze zu reißen.»


kath.net

Wahlberg betet nach eigenen Angaben täglich und geht möglichst oft in die Kirche.

Geert Wilders will mit Mohammed-Karikaturen im Fernsehen auftreten

Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)
Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)


DIE WELT
Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders will am Samstag mit einer Serie von Mohammed-Karikaturen im Fernsehen auftreten. Wilders werde dafür die Sendezeit nutzen, die den Parteien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zustehe, kündigte seine Freiheitspartei (PVV) am Freitag an. Die Ausstrahlung sei für Samstag 12.49 Uhr, Mittwoch 17.55 Uhr und Freitag, den 3. Juli, 12.53 Uhr geplant.

CDU/CSU: Asylrecht verschärfen und ein Prozent Extrasteuer für Kinderlose

Markus Söder, bayerischer Heimat- und Finanzminister. Foto: Gerd Seidel. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Während die SPD-Führung heute bis mindestens 17 Uhr damit beschäftigt ist, bei ihren Funktionären für die Vorratsdatenspeicherung zu werben, kommen aus der Union zu Beginn des Wochenendes Vorschläge zu zwei anderen Politikfeldern.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Der erste davon stammt vom bayerischen Heimat- und Finanzminister Markus Söder, der beklagt, dass er mittlerweile Rücklagen angreifen muss, um die extrem gestiegene Zahl an Asylbewerbern unterzubringen. Dieses Geld, so Söder, hätte er lieber dafür verwendet, „um Bayern weiterzuentwickeln“. Der CSU fordert deshalb, dass man sich ein Beispiel an der Grundgesetzänderung von 1993 nimmt und das Asylrecht verschärft. Damals hatten Union und SPD mit einer Zweidrittelmehrheit im Bundestag das Prinzip der sicheren Drittstaaten und der sicheren Herkunftsstaaten eingeführt, was viele Verfahren deutlich beschleunigte. Wie eine Verschärfung heute konkret aussehen könnte, ließ Söder offen.

Der zweite Vorstoß kommt von Paul Ziemiak, dem Bundesvorsitzenden der Jungen Union: Der geborene Pole und Jurastudiumsabbrecher will alle Kinderlosen mit einer einprozentigen Sonderabgabe auf das Bruttoeinkommen belasten. Bei Viertausend Euro Bruttoverdienst wären das jeden Monat vierzig Euro – mehr als doppelt so viel wie die Fernsehgebühr. Das Geld soll dem Willen der CDU/CSU-Jugendorganisation nach für ein Begrüßungsgeld für Kinder verwendet werden, deren Eltern bei ihrer Geburt mit 1.000 Euro subventioniert werden sollen – zusätzlich zum Kindergeld, dass die Regierung letzte Woche erhöhte.

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„Wer kein Schwein frisst“: Nachspiel nach Hasspostings

So etwas Harmloses wie die besten Glückwünsche zu einem religiösen Feiertag kann Menschen auf die Palme bringen: Das erfuhr Integrationsminister Sebastian Kurz, als er auf seiner Facebook-Seite den Muslimen Österreichs alles Gute zum Ramadan-Auftakt wünschte.


derStandard.at

„Ab in di Heimat wer kein Schwein frisst und den Herr Kurz bitte mitnehmen!!!!!“, schrieb ein Werner T.

Ein Karl A. schreibt: „Gibt es bei den Musel was “ gesegnetes “ ???? Dummsti ?? Hmmmm ???“

Aber es gibt andere Stimmen: „Auch wir wünschen euch einen schönen Ramadan“, schreibt eine „Oma Silvia“, „ich werd’s meiner Frau ausrichten :)“, postet ein Julian S., und einige muslimische Facebook-Freunde Kurz‘ bedanken sich herzlich.

Manche Hass-Postings werden jedenfalls ein Nachspiel haben: Man werde alle strafrechtlich relevanten Inhalte – Stichwort Verhetzung – der Staatsanwaltschaft melden, hieß es gegenüber derStandard.at aus Kurz‘ Büro.

Längster Funkkontakt: „Philae“ telefoniert erneut nach Hause

Philae. ©ESA/ATG medialab
Philae. ©ESA/ATG medialab
Sieben Monate war der Landeapparat auf dem Kometen Tschuri stumm – nun gelang den Forschern binnen weniger Tage der dritte Kontakt. Sie hatten zuvor die Flugbahn der Sonde „Rosetta“ angepasst, die als Funkrelais dient.


SpON

Das Kontrollzentrum in Köln hat erneut Daten vom Lander „Philae“ empfangen. Am 19. Mai zwischen 15.20 Uhr bis 15.39 Uhr habe der Apparat 185 Datenpakete, gesendet, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit. Man habe aktuelle Daten empfangen, sagte Michael Maibaum, stellvertretender Operationsmanager beim DLR.

Die Übertragung dauerte 19 Minuten und war damit deutlich länger als die beiden ersten Kontakte in den Tagen zuvor. Die Verbindung sei zwar einige Male unterbrochen worden, hieß es, war aber ansonsten stabil. „Der Kontakt hat uns bestätigt: ‚Philae‘ geht es recht gut“, sagte Maibaum.

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Papst kritisiert „falsche Kultur“ im Profisport

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat Gewinnstreben und Erfolgssucht im Sport angeprangert. Es gebe eine „falsche Kultur“, die im Profisport die Gier nach Geld und Siegen „um jeden Preis“ verbreite, sagte er am Freitag bei einem Treffen mit den italienischen Teilnehmern der bevorstehenden Special Olympics in Los Angeles.


kathweb

Franziskus rief dazu auf, den Wert der Amateure wiederzuentdecken, die den Sport um seiner selbst willen betrieben.

Dabei dürfe niemand ausgeschlossen werden, sagte er den behinderten Athleten. Sport sei vielmehr für jeden ein geeigneter Weg, um die Schönheit des Lebens zu erfahren. „Ich ermutige euch, einander zu helfen, das eigene Potenzial zu entdecken und das Leben zu lieben“, so der 78-Jährige. – Die Special Olympics werden von 25. Juli bis 2. August in Los Angeles ausgetragen. Fast 7.000 Athleten aus 177 Ländern nehmen in 25 Disziplinen teil.

Jesus würde Car-Sharing mögen

Bild bearb. BB
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Die Umweltenzyklika „Laudato Si“ vertritt eine Theologie der Schöpfung in franziskanischem Geist. Mit seinem Aufruf zur Rettung der Erde trifft der Papst jedoch nicht überall auf Zustimmung.


Von Patrick Bahners|Frankfurter Allgemeine

In den Vereinigten Staaten gibt es Christen, die sich dadurch zu erkennen geben, dass sie auf ihrem Auto einen Aufkleber mit den Buchstaben WWJD anbringen. Soll heißen: „What would Jesus do?“ Der Slogan verbreitete sich zunächst auf Armbändern. Während jeder alltäglichen Verrichtung, bei der kleinsten Handbewegung soll die Frage ins Blickfeld geraten. Das Bemühen um ein persönliches Verhältnis zu Jesus Christus ist der ursprüngliche Impuls der evangelikalen Frömmigkeit. Klebt man sich den Spruch hinten aufs Auto, ändert die Frage ihren Adressaten. Das Missionarische der Losung mag der Autofahrer, der hinter dem Dauerfragesteller im Stau steht, als Zudringlichkeit empfinden.

Der neue Stil der Amtsführung, mit dem Papst Franziskus begeistert und irritiert, hat viel mit dem evangelikalen Habitus gemein: das Spontane, das Direkte, aber auch eine Hartnäckigkeit, die sich nicht scheut, dem säkularen Gegenüber auf die Nerven zu fallen. Mit Jorge Mario Bergoglio haben sich auch die Koordinaten der Ökumene verschoben: In Lateinamerika sind die Pfingstkirchen der wichtigste Partner und Konkurrent der Katholiken. Evangelikale Christen stellen in den Vereinigten Staaten das Fußvolk des konservativen Flügels der Republikanischen Partei. Der evangelische Antikatholizismus ist als politische Kraft fast ausgestorben. Evangelikale und Katholiken bekämpfen gemeinsam den Liberalismus, der Abtreibung und Homosexuellenehe legalisiert.

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‘Innocent blood will continue to flow‘: Stephen King hammers the ‘proudly closed minds’ of gun control foes

Author Stephen King at the Los Angeles premiere of The Manchurian Candidate (Featureflash / Shutterstock.com)
American novelist Stephen King has hit out at the “proudly closed minds” on gun control in America following the murder of nine black churchgoers in Charleston, South Carolina this week.


By Alison Flood|The Guardian/RawStory

Six women and three men were killed in the historic Emanuel African Methodist Episcopal church on Wednesday, with suspect Dylann Roof, a white 21-year-old who acquaintances have said had been “planning something like that for six months,” now in custody. According to Roof’s uncle, Carson Cowles, the 21-year-old, whom a Facebook picture has shown wearing a jacket bearing the flags of the former white-supremacist regimes of South Africa and Rhodesia, had been given the gun for his 21st birthday .

Related: Charleston killings leave US reckoning with race and guns amid ‘broken peace’

King wrote an essay on guns shortly after the 2013 shooting at Sandy Hook elementary school , Connecticut, which left 26 people dead. In it he called for a ban on automatic and semi-automatic weapons, calling them “weapons of mass destruction”, which “when lunatics want to make war on the unarmed and unprepared, these are the weapons they use”.

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Schon Dreijährige setzen sich für andere ein

Wie fair sind Kleinkinder? Helfen sie Opfern eines Diebstahls? © freeimages
Von wegen egoistisch: Schon dreijährige Kinder sind überraschend fürsorglich und fair. Sie geben Verlorenes dem Eigentümer zurück und hindern sogar andere daran, etwas zu klauen, wie ein Experiment nun belegt. Es wiederlegt damit bisherige Annahmen, nach denen Kinder dieses Alters noch zu unreif sind, um einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn zu entwickeln. Die Studie zeigt aber auch, dass Strafe bei Vorschulkindern weniger effektiv ist als an ihre Empathie zu appellieren.


scinexx

Wir Menschen besitzen einen ausgeprägten Sinn für Fairness und Gerechtigkeit – auch wenn wir nicht immer danach handeln. Wann sich dieser Gerechtigkeitssinn aber voll entwickelt, darüber gibt es bisher widersprüchliche Ergebnisse. So haben nach einigen Studien schon Fünfjährige einen Sinn für faires Teilen, vielleicht sogar schon Kleinkinder mit 15 Monaten. Andere Experimente deuten dagegen auf ein ein noch zu unreifes Gehirn für völlige Fairness hin.

Diebstahl unter Handpuppen

Katrin Riedl vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und ihre Kollegen haben nun einen speziellen Aspekt des Gerechtigkeitssinns bei Kindern untersucht: Wie sehr sich diese für ein Opfer unfairen Handelns einsetzen oder den Täter bestrafen wollen. „Die Sorge um andere scheint ein Hauptbestandteil des menschlichen Gerechtigkeitssinns zu sein“, erklärt Koautor Keith Jensen von der University of Manchester. „Die Gerechtigkeit Opfern gegenüber und die Bestrafung der Täter sind möglicherweise auch für das einzigartige Sozialverhalten des Menschen von zentraler Bedeutung.“

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10 Dinge, die nicht in der Enzyklika ‚Laudato Si’ stehen

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Ein amerikanischer Blogger parodiert die teilweise hohen Erwartungen mancher Kommentatoren an die neue Enzyklika von Papst Franziskus. Seine Empfehlung: Die Enzyklika selbst lesen und sich von niemand verwirren lassen.


kath.net

Zwei Tage vor Veröffentlichung der Enzyklika „Laudato Si“ hat der amerikanische Blogger „Larry D“ eine (nicht ganz ernst gemeinte) Liste von zehn Punkten zusammengestellt, die sicher nicht im neuen Rundschreiben von Papst Franziskus enthalten sein werden. „Larry D“ parodiert auf diese Weise die hoch gesteckten Erwartungen mancher Kommentatoren hinsichtlich möglicher revolutionärer Inhalte:

10) Der Film „Eine unbequeme Wahrheit“ von Davis Guggenheim und Al Gore wird nicht in die Taufvorbereitung für Erwachsene aufgenommen.

9) Vasektomie und Tubenligatur werden nicht zum 8. Sakrament erklärt werden.

8) Für einen Ablass reicht es nicht, Solarpanele auf das Dach zu montieren.

7) Anthropomorphe Skeptiker des Klimawandes werden nicht latae sententiae exkommuniziert.

6) Al Gore wird nicht zum Kirchenlehrer ernannt.

5) Es wird nicht zur Enthaltsamkeit aufgerufen, um die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren, die durch heftiges Atmen entstehen.

4) Der Kapitalismus wird nicht zu einer Sünde erklärt, die zum Himmel schreit.

3) Maria, die Mutter Gottes, nicht zur „Mittlerin aller Treibhausgase“ erhoben.

2) Weihrauch wird nicht durch umweltfreundliche „E-Weihrauchfässer“ ersetzt (aus Gründen der Luftverschmutzung).

1) Den Pfarren wird nicht vorgeschrieben, aus Gründen der Nachhaltigkeit Windkraftwerke aufzustellen.

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Gospel-Idiot zum Todesschützen von Charleston: Gott vergibt dir

Gospelsänger Marcus Stanley war selbst Opfer eines Anschlags Foto: http://www.marcusastanley.com
Der amerikanische Gospelsänger Marcus Stanley hat den mutmaßlichen Todesschützen von Charleston via Facebook aufgefordert, sein Leben Jesus zu übergeben. Dylann Roof hatte am Mittwochabend einen Anschlag in einer afroamerikanischen Kirche verübt, bei dem neun Menschen starben.


pro Medienmagazin

Wie jeden Mittwoch trafen sich die Gläubigen in Charleston in South Carolina mit Reverend Clementa Pinckney in der Emanuel African Methodist Episcopal Church zur Bibelstunde. Sie beteten und lasen gemeinsam in der Heiligen Schrift. Zum Ende des Treffens stand der 21-Jährige Weiße Dylann Roof auf, zog seine Waffe und begann zu schießen, wie Augenzeugen berichten. Neun Afroamerikaner wurden dabei getötet. Eine Augenzeugin sagt, der mutmaßliche Täter habe gerufen: „Ich muss es tun. Ihr vergewaltigt unsere Frauen und übernehmt unser Land. Und ihr müsst gehen.“ Das berichtet NBC News. Die Ermittler gehen daher von einem Hassverbrechen aus rassistischen Motiven aus.

Die Emanuel African Methodist Episcopal Church gilt als die älteste afroamerikanische Kirche in den Südstaaten der USA. Eines der Opfer ist Pastor Pinckney, eine spirituelle Leitfigur der Stadt.

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Kinderärzte in Holland für Sterberecht für kleine Kinder

Junger Krebspatient © 2015 AFP
Der Verband der niederländischen Kinderärzte hat ein Sterberecht für schwerstkranke Kinder unter zwölf Jahren gefordert, die unzumutbare Schmerzen erleiden und nicht mehr lange zu leben haben.


stern.de

Der Verband der niederländischen Kinderärzte hat ein Sterberecht für schwerstkranke Kinder unter zwölf Jahren gefordert, die unzumutbare Schmerzen erleiden und nicht mehr lange zu leben haben. Das bisherige Mindestalter von zwölf Jahren sei „willkürlich“, in Zukunft solle von Fall zu Fall entschieden werden, sagte der Leiter der Ethik-Kommission des Verbandes der Kinderärzte, Eduard Verhagen. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte den Vorstoß.

Ab zwölf Jahren besteht für Kinder in den Niederlanden das Recht, Sterbehilfe zu beantragen, wenn sie in der Lage sind, ihren Willen auszudrücken, wenn sie sterbenskrank sind, unzumutbar leiden und wenn die Eltern mit ihrem Willen einverstanden sind. Sollten die Vorstellungen des Kinderärzte-Verbandes Gesetzeskraft erlangen, würden die Niederlande nach Belgien das zweite Land, in dem auch kleinen Kindern das Recht auf Sterbehilfe eingeräumt wird. In Belgien wurde die Regelung 2014 eingeführt.

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Bundestag verabschiedet Gesetz für Menschenrechtsinstitut

Screenshot: bb
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14 Jahre nach seiner Gründung bekommt das Deutsche Institut für Menschenrechte eine gesetzliche Grundlage. Damit sollen Mitwirkungsrechte im UN-Menschenrechtsrat gesichert werden.


evangelisch.de

Das Deutsche Institut für Menschenrechte bekommt für seine Arbeit eine gesetzliche Grundlage. Gut 14 Jahre nach der Gründung des Instituts verabschiedete der Bundestag am Donnerstagabend einstimmig ein Gesetz, das Aufgaben und Struktur des Instituts regelt. Die Formalie war notwendig, um der Einrichtung weiter wichtige Mitwirkungsrechte im UN-Menschenrechtsrat zu sichern. Das Gremium verlangt eine Gesetzesgrundlage für die nationalen Menschenrechtsorganisationen.

Um das Gesetz hatte es lange Streit in der Koalition gegeben. Vertreter der Union wollten Aufgaben und Struktur neu regeln. Die anderen Parteien sowie das Institut selbst wehrten sich dagegen, weil sie unter anderem die Unabhängigkeit der Einrichtung gefährdet sahen.

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