Schweden: Babyleiche in Bischofssarg entdeckt


Der Leichnam Winstrups gilt als eine der am besten erhaltenen Mumien Europas. Foto: Screenshot Youtube/Mittelbayrische.de
Ein totes Baby im Sarg eines schwedischen Bischofs gibt Rätsel auf: Bei einer Röntgen-Untersuchung der mumifizierten Leiche von Bischof Peder Winstrup (1605-1679) entdeckten Wissenschaftler zu seinen Füßen den kleinen Körper eines frühgeborenen Kindes, wie die britische Zeitung „The Guardian“ (Onlineausgabe Sonntag) berichtete. Der fünf bis sechs Monate alte Embryo war in ein Tuch gewickelt und offenbar bewusst dem 74-jährigen lutherischen Bischof von Lund beigesellt worden. Eine DNA-Untersuchung soll Aufschluss über eine mögliche Verwandtschaft geben.


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Früheren Untersuchungen entging das Kind dem Bericht zufolge, weil es unter den Kräutern verborgen war, die den Sarg zur Hälfte ausfüllen. Der Leichnam Winstrups gilt als eine der am besten erhaltenen Mumien Europas. Sein Gesicht ist eingefallen, aber die Gesichtszüge weisen noch immer deutliche Ähnlichkeiten mit zeitgenössischen Porträts auf.

Winstrup, 1605 als Sohn eines Bischofs und Theologieprofessors in Kopenhagen geboren, wurde nach Studien in Rostock, Wittenberg, Leipzig und Jena zunächst Kaplan am Hof Christians IV. von Dänemark, dann 1638 Bischof von Lund. 1666 gründete er die Universität Lund, die heute zu den angesehensten Hochschulen weltweit gehört. Bestattet wurde Winstrup in der Krypta seiner Domkirche.