Israel: Jüdische Extremisten unter Verdacht


In hebräischen Schriftzeichen wurde das Zitat „Falsche Götzen werden vernichtet werden“ an eine Wand in der abgebrannten Brotvermehrungskirche geschrieben. Foto: dpa
Bei Hassverbrechen gegen Christen in Israel bleiben die Täter oft unbehelligt. Nach dem Brandanschlag auf eine Kirche am See Genezareth führt die Spur nun zu jüdischen Extremisten.


Von Inge Günther|Frankfurter Rundschau

An Solidarität herrscht kein Mangel. Seit dem Brandanschlag auf dem Gelände der Brotvermehrungskirche am See Genezareth am vorigen Donnerstag reißt der Besucherstrom nicht ab. Vertreter aller Glaubensrichtungen, Drusen, Juden, Moslems versichern den Benediktinermönchen ihre Anteilnahme. Auch israelische Politiker sämtlicher Parteien äußerten sich bestürzt über das Hassverbrechen gegen die christliche Minderheit. Premier Benjamin Netanjahu erklärte den Fall zur Chefsache und forderte den Inlandsgeheimdienst Schin-Beth zu beschleunigten Ermittlungen auf.

Die Brandstifter wurden bislang nicht gefasst. Dabei hinterließen sie eine Art Bekennerschreiben. „Falsche Götzen werden vernichtet werden“, sprühten sie in hebräischen Lettern an die Wand. Das Zitat stammt aus einem Gebet, das gläubige Juden täglich verrichten. Es deutet auf eine Täterschaft jüdischer Extremisten, wie sie im Randbereich nationalreligiöser Siedler im Westjordanland zu finden sind. Dort leben auch 16 israelische Jugendliche, die zur Tatzeit am See Genezareth campierten. Die Polizei ließ sie aber nach der Vernehmung laufen, weil ihnen nichts nachzuweisen war.

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