Pier Paolo Pasolini: Der christliche Atheist


© EuroVideo Medien GmbH Pier Paolo Pasolini
Im vergangenen Wintersemester 2014/15 habe ich an einem Pasolini-Seminar teilgenommen. Im Anschluss ist diese Hausarbeit über das Verhältnis des italienischen Regisseurs zum Christentum entstanden.


Von Toshiro Umezawa|moviepilot

Pier Paolo Pasolinis wurde am 5. März 1922 in Bologna geboren. Er starb in der Nacht vom 1. zum 2. November 1975 in einem römischen Vorort im Alter von 53 Jahren, die Umstände seiner Ermordung konnten bis heute nicht vollständig geklärt werden. Pasolini gilt vielen als einer der bedeutendsten europäischen Intellektuellen seiner Zeit. Sein schöpferisches Werk ist umfangreich: Er arbeitete als Essayist, Romancier, Lyriker, Übersetzer, Drehbuchautor, Filmtheoretiker, Theater- und Filmregisseur, schuf Zeichnungen und Malerei und tat sich als ständiger Kommentator und Kritiker des politischen Zeitgeschehens hervor. Umfassend ist auch das Themenspektrum seines künstlerischen und politischen Schaffens: Pasolini befasste sich unter anderem mit dem bäuerlichen und subproletarischen Leben, der Normierung der Sexualität, Religion sowie der Zerstörung der Kultur durch die Konsumgesellschaft. Obwohl Pasolini sich in Italien im Laufe der Zeit zu einem einflussreichen Denker entwickelt hatte und sich der Unterstützung vieler Intellektueller sicher sein konnte, erregten seine Werke in der katholisch-konservativen italienischen Gesellschaft heftige polemische Reaktionen und Aggressionen, sie brachten ihm darüber hinaus in einer Vielzahl von Fällen Strafanzeigen ein. (Vgl. Prinzler 1985, 215-217; vgl. Borgna / Bergala / Balló 2014, 7 f.)

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