Die Bedeutung des Bösen im Buddhismus und Christentum


Ein hilfreicher Fingerzeig für Christen: Der Schlüssel der Achtsamkeit aus dem Buddhismus (dpa / picture alliance / Gero Breloer)
Während das Christentum einen Dualismus von Gut und Böse kennt, aus dem letztlich nur ein überirdischer Erlöser erretten kann, gibt es eine solche Vorstellung im Buddhismus nicht. Hier kann der Mensch in seinem Ich-Wahn sich selbst durch Achtsamkeit im Kreislauf von Scheitern und Gelingen weiter entwickeln.


Von Burkhard Schäfers|Deutschlandfunk

Wenn ein gehörntes Wesen auftritt und es nach Schwefel riecht, wissen Buddhisten: Mit meiner Religion hat das nichts zu tun. Der Buddhismus kennt den Begriff des Bösen nicht, erklärt der Philosoph Karl-Heinz Brodbeck:

„Die schwächste Übersetzung: akula. Das heißt, das ist das Ungeeignete, das wenig Handhabbare. Also das Böse ist das, was mir oder anderen einen Schaden zufügt. Und um diesen Schaden zu verhindern, sind bestimmte Handlungsweisen und vor allem Denkformen notwendig in der buddhistischen Vorstellung. Und die sind dann heilsam. Das ist dann eher das Gute. Und das, was an negativen Konsequenzen daraus hervorgeht, ist das Unerwünschte. Aber nicht eine Entität: Das Böse, das gibt es nicht.“

Die drei Wurzeln des Bösen im Buddhismus

Nach buddhistischem Verständnis lebt der Mensch in einer bestimmten Situation, die er vorfindet. Er ist von allen möglichen Dingen abhängig. Viele erkennen diese Abhängigkeiten nicht, sie betrachten sich selbst als Mittelpunkt, als unabhängiges Ich. Aus diesem Egozentrismus heraus benennt der Buddhismus drei Wurzeln des Bösen.

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