Polen will nur christliche Flüchtlinge aufnehmen


Polen ist eines der Länder, die gegen eine Quotenregelung sind, nach der Flüchtlinge auf andere EU-Länder verteilt werden sollen. Auch möchte das Land nur bestimmten Flüchtlingen helfen.


Von Jörg Winterbauer|DIE WELT

kirche_polenWenn Amina in Warschau über die Straße geht, drehen sich die Menschen nach ihr um. Amina kommt aus dem Sudan. Sie ist schwarz und trägt ein Kopftuch. In Städten wie Paris oder Berlin würden diese beiden Tatsachen wohl kaum für ein gesteigertes Interesse an ihrer Person sorgen. In der polnischen Hauptstadt schon. Der Grund: Es gibt in Polen nur sehr wenige muslimische Immigranten, vor allem kaum aus Afrika.

Amina ist vor 22 Jahren nach Polen gekommen. Sie hat hier ihren Doktor in Rechtswissenschaften gemacht. Die Polen waren immer sehr interessiert an ihr. Doch früher erlebte sie dieses Interesse überwiegend als freundliche Neugierde. Die Leute hatten kaum Erfahrung mit Ausländern, Amina war für sie etwas Besonderes. Sie fragten, woher sie komme, welche Sprache sie spreche und wie es ihr in Polen gefalle. Heute ist das anders, sagt sie. Seit etwa sechs Jahren werde sie täglich auf der Straße angepöbelt. „Terroristin“ rufen ihr die Leute entgegen, weil sie ein Kopftuch trägt. Sie führt das zurück auf die Berichterstattung über Gruppierungen wie den Islamischen Staat (IS) und al-Qaida, mit denen sie neuerdings in Verbindung gebracht wird.

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