Religiotie: Plädoyer für mehr christliche Kitas


Kinder spielen und lernen gemeinsam – seit 175 Jahren in deutschen Kindergärten (Symbolfoto) Foto: Johannes Gerloff, Israelnetz
Am Sonntag ist es 175 Jahre her, dass in Deutschland der erste Kindergarten gegründet wurde. Heute leisten christliche Kindertagesstätten einen wertvollen Beitrag zur Bildung – doch es gibt eine bedenkliche Entwicklung.


Von Martin Knispel|pro Medienmagazin

175 Jahre Kindergarten sind in Deutschland untrennbar mit dessen Erfinder Friedrich Fröbel (1782-1852), einem Schüler des Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi, verbunden. Sein Blick auf das Kind als Individuum, seine Sicht des Kindes als „freier, denkender und selbsttätiger Mensch“ war damals revolutionär und ist heute genauso aktuell. Fröbel wusste, dass sich das Große und Ganze immer aus einem kleinen Samenkorn entwickelte, und jeder Mensch alle seine ihm gegebenen Möglichkeiten in sich trägt. Wer diese Sicht vom Kind teilt, ist frei von Gängelung und engstirniger Frömmigkeit. Deshalb lohnt es sich, Fröbel als Pädagogen neu in den Blick zu nehmen.

Weil Christen immer schon ein Interesse an Bildung hatten, geriet das Kind im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick. Reformation und Aufklärung förderten diese Sicht auf den Einzelnen. Und so taten die Kirchen gut daran, in dieses Feld, Zeit, Fachwissen, Arbeit und Geld zu investieren. Leider besteht heute an vielen Orten die Tendenz, kirchliche Kitas an den Staat zurückzugeben. Sie sind teuer geworden. Oft fehlt es an guter Begleitung. Diese Entwicklung ist bedenklich.

weiterlesen