Lebensbedingungen für Christen im Heiligen Land


Arabische Christen können die Geburtskirche in Bethlehem besuchen, für Juden ist es zu gefährlich Foto: Elisabeth Hausen, Israelnetz
Der ständige Vertreter des Papstes in Israel hat die Lebensbedingungen der Christen vor Ort angeprangert. Einen Blick in die umliegenden Länder wirft er nicht.


Von Ulrich W. Sahm|pro Medienmagazin

Radio Vatikan hat ein Interview mit dem Nuntius im Heiligen Land veröffentlicht. „Wenn sich die Lebensbedingungen für Christen im Heiligen Land verbessern, würden sie das Land nicht verlassen.“ Das sagte Giuseppe Lazzarotto, ständiger Vertreter des Heiligen Stuhles in Israel und Apostolischer Delegat für Palästina, über die Bedingungen von Christen im Heiligen Land.

Vor allem die wenigen verbliebenen Christen in Bethlehem und Ramallah, sprich in den Gebieten unter der Palästinensischen Autonomiebehörde, verlassen das Land. Sie sind zunehmend Diskriminierungen durch ihre muslimischen Nachbarn ausgesetzt. Bethlehem war bis 1948 eine rein christliche Stadt. Inzwischen bilden die Christen eine bedrängte und diskriminierte Minderheit von weniger als 20 Prozent. Sie wandern vor allem aus wirtschaftlichen Gründen aus, wie einst der legendäre Bürgermeister Elias Fredsch gestand, und nicht wegen der „Besatzung“. Die endete 1994.

Kaum jemand weiß, dass zu Ehren von Jasser Arafats Einzug nach Bethlehem an Weihnachten 1994 ein überdimensionales Modell des Felsendoms auf das Dach der Geburtskirche in Bethlehem gehievt worden ist. Es sollte den Christen demonstrieren, dass fortan der Islam in der Geburtsstadt Jesu herrsche.

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