Interview Tierschutzbeauftragte: „Nur mit Betäubung schlachten“


Die Schlachtmethoden für Halal-Fleisch sind sehr umstritten. Foto: christoph boeckheler*
Schächten ist eine alte Schlachtmethode von Tieren vor allem im Judentum und im Islam. Im Interview wirbt Hessens Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin hier nun für einen Kompromiss, um den Tieren Leiden zu ersparen.


Von Jutta Rippegather|Frankfurter Rundschau

Frau Martin, ist Schächten Tierquälerei?
Als diese sehr alte Schlachtmethode entwickelt wurde, waren die Tiere nicht so schwer und muskulös gebaut, wie die heutigen. Man kannte auch keinerlei andere, schonenderen Methoden – anders als heute. Wenn man sieht, wie sich die Mastbullen durch die Rinderzucht entwickelt haben, so ist ein Schlachten ohne Betäubung eindeutig mit erheblichen Leiden und Schmerzen verbunden. Deshalb ist es eigentlich nach dem Tierschutzgesetz nicht gestattet.

Eigentlich?
Das Tierschutzgesetz sieht für bestimmte Religionsgruppen Ausnahmen vor. Wobei man auch in diesem Bereich zu Verbesserungen für die Tiere käme, wenn man gemeinsam intensiv darüber sprechen würde. Wenn nicht jeder starr auf seiner Meinung beharrt.

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