Ein Rechtsstaat, der Menschenrechte missachtet


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Eva Illouz, die in Jerusalem Soziologie lehrt und eigentlich über Liebe und Ökonomie forscht, ist auch eine scharfe Kritikerin der Situation in Israel. Nun liegen ihre politischen Essays auf Deutsch vor.


Von Claudia Kühner|DER BUND

Von Eva Illouz, 1961 in Marokko geboren und in Frankreich aufgewachsen, kennt man vor allem ihre Studien über die Zusammenhänge von Emotionen, Kapitalismus und Konsum («Warum Liebe weh tut. Eine soziologische Erklärung», «Die neue Liebesordnung. Frauen, Männer und Shades of Grey»). Weniger bekannt sind hierzulande ihre scharfsinnigen Essays, die sie regelmässig in der israelischen Zeitung «Haaretz» publiziert. Darin setzt sie sich ebenso gründlich wie kritisch mit der israelischen Politik und Gesellschaft auseinander und greift dabei weit über die Tagesaktualität hinaus. Ihr geht es um Fehlentwicklungen in einem Land, dessen Grundlage sie freilich vorbehaltlos unterstützt. Am Recht von Juden, nach 2000 Jahren einen Staat zu schaffen, hat sie keinerlei Zweifel.

Daran, was heute daraus geworden ist, besonders mit der Besetzung seit 1967, aber schon. Oder daran, was die Besetzung nicht nur den Palästinensern antut, sondern wie sie auch die israelische Gesellschaft verändert. Ihre Methode nennt Illouz «soziologischen Journalismus», und sie hat auch für den mit der Tagespolitik nicht vertrauten Leser den Vorteil grosser Verständlichkeit.

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