„Die Homo-Ehe ist nur eine Frage der Zeit“


Deutschland tut sich schwer mit der Homo-Ehe, dabei wurde hier die Homosexualität erfunden, sagt Robert Beachy. Wie er das meint und was das Ende des deutschen Kaiserreichs für Homosexuelle bedeutete, erklärt der US-Historiker hier.


Von Alexander Sarovic|SpON

cartoon-herzSPIEGEL ONLINE: Glauben Sie, dass Deutschland die Homo-Ehe einführen wird?

Beachy: Ja. Das ist nur eine Frage der Zeit.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt nach wie vor politischen Widerstand. Was stimmt Sie so zuversichtlich?

Beachy: Der allgemeine historische Trend spricht für die Einführung der Homo-Ehe. Außerdem wäre sie ein weiterer Schritt in der langen Geschichte der Homosexuellenbewegung in Deutschland.

SPIEGEL ONLINE: In Ihrem Buch „Das andere Berlin“ bezeichnen Sie Homosexualität sogar als eine „deutsche Erfindung“.

Beachy: Die Vorstellung, dass Homosexualität angeboren ist, entsteht in Deutschland in den Fünfziger, Sechziger- und Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit halten die meisten Homosexualität für eine Perversion. Es sind deutsche Ärzte, Wissenschaftler und Aktivisten, die erstmals sagen: Nein, das ist keine Krankheit, sondern ein Teil des Wesens einer Gruppe von Menschen. So prägen sie unser heutiges Verständnis von Homosexualität.

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