Annegret Kramp-Karrenbauer: Dodo des Monats Juni 2015


Dodo des Monats Juni 2015
Dodo des Monats Juni 2015


kramp_karrenbauerDas Dilemma begann mit Adam und Eva.  Die schriftlich fixierte Paarbindung von Mann und Frau.  Aus purer Langeweile schuf Gott Adam. Er, der zuvor den Kosmos, das Universum aus dem Nichts erzeugte, mit all seinen Planeten, Sonnen, Galaxien, Schwarzen Löchern, Quasaren und Zwergen in jedweder Form, brauchte Stoff um ein Wesen nach seinem Ebenbild zu formen. Er hätte ja Materie von einem Neutronenstern nehmen können, nein es war Dreck und diesem Dreck haucht er seinen göttlichen Atem ein und siehe aus dem Dreck wurde Adam, der aussah wie Gott und sich langweilte wie er. Jetzt wurde es kompliziert es musste eine Rippe sein, so die Legende der Bibel, um eine Frau zu kreieren, quasi die Urmutter allen Seins. Die Göttlichkeit der Ehe ist damit erwiesen, jedenfalls für die an derartig obskure Geschichten Glaubenden. Und in der gesamten Schöpfung unterlief dem alten Zauselbart ein Fehler, die Eigenschaft des Schwulsein wurde ebenso kreiert, er sah, dass es gut war und ließ es dabei. Aus dieser im Dunkel liegenden Vorgeschichte der Menschheit erfuhr selbige durch das Buch der Bücher, ansonsten ward keine Botschaft vom Langweiler zu hören.

Die Ehe entwickelte sich zum ökonomischen Zweckverhältnis, Fortpflanzung, die Zucht der Brut und die Frau der Brutschrank. Durch die Jahrhunderte wurden Verhältnisse, Abhängigkeiten, notwendige Begründungen dem dummen Pöbel als Notwendigkeit  eingeredet.  Das heilige Sakrament der Ehe war geboren. Die Zucht sicherte doch immer neue Mitglieder der göttlichen WG auf Erden.

Schwule waren Außenseiter, aber erst mit dem Christentum. Sie stellen eine Bedrohung des Pfaffentums dar. Männerliebe bringt keinen Nachwuchs, Frauenliebe dito.

Die Zeiten haben sich geändert, den Pfaffen wurde die Möglichkeit genommen Kriege zu führen, was sie nicht daran hinderte diese zu Segnen und für sie zu beten. Die göttliche Gemeinde wuchs und es waren immer ausreichend Soldaten vorhanden, die sich für den gleichen Gott des Gegners umbringen ließen. Die Ehe war die eierlegende Wollmilchsau für Klerus und Adel. Schwule sperrte man ein, folterte man, brachte  um. Der Gedanke, dass Homosexualität genau solche Gefühle erlaubt, auslebt, wie Heterosexualität ist für gewisse religiöse Gruppen unvorstellbar.  Die schwule Schöpfung ihres Herrn nicht akzeptabel.

Kramp-Karrenbauer, katholisch konservativ, bildet da keine Ausnahme. Selbst die Tatsache, dass heute 35% aller Ehen geschieden werden, lässt sie an der Institution Ehe nicht zweifeln. Die Frage, ob Gesellschaft, Staat, überhaupt zwischenmenschliche Beziehungen regeln müssen, per Gesetz, per göttlichem Ritterschlag, kommt ihr nicht in den Sinn. Wer an der Göttlichkeit der Ehe rüttelt, schafft Möglichkeiten für Inzest-Ehe oder gar Polygamie, muss sich damit auseinandersetzen. Das ist nicht nur Katholen-Blödsinn, dass verkünden auch Evangelikale und so manch gestandener Theologe.

Menschen sind Menschen, Unterscheidungen der sexuellen Identität grenzen aus. Politik, Staat und Gesellschaft haben sich nicht in die persönlichen Belange der Sexualität einzumischen. Das geht nur die Betroffenen etwas an. Bigottes Christentum, welches unter dem Deckmantel der Fürsorge und Liebe Sexualität kontrollieren will ist obsolet. Weil schwule katholische Pfaffen im Pseudo-Zölibat leben,  können die weltlichen Schwulen und Lesben ihre eigene, ganz persönliche, sexuelle Identität ausleben.
Signifikantes Beispiel der Ewiggestrigkeit katholischer Sexuallehre sind die Fragebögen, welche der Vatikan an seine Schafherde verschickt hat.  Die Vorstellungen, die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Präferenzen der Menschen sind andere.
Niemand will wissen ob Kramp-Karrenbauer mit der Knaus-Ogino-Verhütungsmethode Schwangerschaften verhindert hat, alles andere wäre katholisch nicht zulässig.  Aber als gute Katholikin geht sie halt beichten, der Herr vergibt ihr. Auch dummes Geschwätz.

In dem Sinne, wer Menschen vordergründig als Sexobjekte sieht, und die gesellschaftliche Vermarktung von Sexualität ehelich kontrolliert ablaufen lassen will, andere Menschen ausgrenzt, sie damit diskriminiert, braucht einen Therapeuten, vielleicht empfiehlt sich ein Stuhlkreis, die CDU ist voll von Dummschwätzern.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

8 Comments

  1. Nickpol
    Ich hatte angegeben 0,46 und 0,24 – das sind 50%
    Die 57 sind ein Übertragungsfehler wenn das drahtlose Netz übervoll ist.

    Da man hinterher nichts korrigieren kann bzw,. der Text erst bis zum Tag später erscheint, wird das dann ziemlich egal

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  2. Das ist schon ein seltsamer Gott, der sich mit Dreck befasst und sich am Menschen schon schmutzig macht, bevor er überhaupt da ist. Warum war Gott nicht Platoniker und dachte sich Menschen freischwebend über der Materie aus? Warum dieses Animalische? Und dann steht in der Bibel noch der älteste Materialismus der Welt: „Staub bist du!“ Das konnte bisher kein moderner Materialist toppen. Nein, ist das widerlich! Kein Wunder, dass die Geschichte dann so weiter ging, und Gott sich mit einem Volk abplagte, das keine Sünde ausließ. Die blutigsten, grausamsten und menschenverachtensten Geschichten der Welt sind in der Bibel vereinigt. Ein Buch, das zurecht – aber dann doch nur beinahe – in den USA auf den Index der jugendgefährdeten Schriften gelandet wäre. Und mit all dem verbindet sich Gott, macht die Schlimmsten Vorgänge zur Voraussetzung seines Handelns: Nimmt die Last der Menschen so auf sich und macht sich schmutzig, die Hände und alles Andere blutig. Und am Schluss hängt er dann selber in der Scheiße und verreckt elendiglich. Das hat er davon! Warum blieb seine Liebe nicht platonisch? Das alles fing mit der blöden Leiblichkeit an! Da hat Gott bei all seinen sonstigen genialen Ideen wohl nicht aufgepasst. Und dass der Leib nicht nur auf den Raum einschränkt – wie auf die zeit übrigens auch – sondern dass jeder durch seinen Leib an Fähigkeiten beschränkt ist. Das fängt schon damit an, dass es keine Menschen gibt – das ist platonisch-abstrakt gedacht, sondern nur Männer und Frauen (und einige, bei denen es unklar ist) und auch die gibt es nicht wirklich, sondern nur Lieschen Meier und Uli Müller. Ohne Leib gäbe es keine Beschränkung und alle könnten gleich sein! Ach, wieso muss ein Mensch ein sozial-Wesen sein, warum kann er sich nicht selbst genügen – sich selbst zeugen zum Beispiel. Aber dazu war Gott nicht genial genug. Immer muss es Frau und Mann sein. Immer das Gegensätzliche – immer ein sich Einlassen auf etwas Unbekanntes! Hat Gott nicht bedacht, welche Konflikte es da gibt: Sexismus, Frauenunterdrückung, bis hin zu Klischee-Büchern wie Frauen von der Venus und Männer vom Mars. Dazu Puffs und Pornos (mit daran hängendem Menschenhandel) und Vergewaltigungen. Wer ermordet wird, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es mit der „Liebe“ zwischen Mann und Frau zusammen hängt. Und nicht nur der Trojanische Krieg und die Nibelungen-Tragödie hängt allein daran. Hätte Gott auf Sigmund Freud gehört, dann hätte er gewusst, dass alles Böse in der Welt durch unterdrückten Sexualtrieb in die Welt kam. Aber dieser Gott ist unbelehrbar. Macht Kinder so, dass sie für die Entwicklung ihrer eigenen Identität Mann und Frau brauchen. Und selbst bei sekundären Beziehungen -. wie zu Erzieherinnen und Pädagoginnen – wo es bis zum 4. Schuljahr ja kaum Männer gibt, werden Jungens deshalb benachteiligt, werden Machos, Homo-Hasser und bekommen eher eine Lern-Phobie. Also, lieber Gott: Abschaffung der Leiblichkeit – es reicht5 schon die Abschaffung der Geschlechtlichkeit, das wäre schon ein richtiger Schritt. und am Besten fängt man gleich damit an: Abschaffung der Geschlechtlichkeit in Bezug auf die Ehe – denken wir sie einfach nur als Lebensbund mit Fürsorge und Liebe und allem Guten, was es so gibt, aber bloß ohne die Festlegung, dass es die Geschlechtergrenze überschreitet! Im Zuge der neuen biologischen Möglichkeiten können sowieso alle Singles bleiben und Grenzen nicht mehr überwinden. Es bräuchte keine Ehen, die den Krieg der Geschlechter regulieren. Die aufgeklärte Menschheit braucht keine Überschreitung der Geschlechtergrenze, schon gar nicht, dass diese wegen Gefahrenzulage privilegiert wird, wie in den letzten 10.000 Jahren. Deren Muff haben die 68*er nur halbherzig ausgetrieben, jetzt gilt es, dies zu vollenden. Die Geschlechtlichkeit hat nirgends sonst in der Gesellschaft eine Rolle mehr (ja, der Sport ist noch sexistisch aufgeteilt, die Oscar-Verleihung auch, ja, das erledigen wir dann auch schnell) nur in der Ehe, das ist die letzte Bastion. Wird die geschleift, dann fällt die Geschlechtlichkeit insgesamt und dann fällt die Leiblichkeit insgesamt auch hinterher. Machen wir die Schöpfung Gottes rückgängig! Erfinden wir sie besser – Plato sei Dank! Dann hört auch keiner mehr auf Aristoteles, dass jedem etwas anderes zusteht, weil jeder anders ist. Darauf ruht zwar das gesamte Rechtssystem unseres Rechtsstaates, aber so Kleinigkeiten wie der Rechtsstaat darf der platonischen Gleichmacherei nicht im Wege stehen. Denn dass es Kinder- Jugend- und Erwachsenenrecht gibt, dass es progressive Besteuerung und nicht die gleiche Steuersumme für jeden Bürger, dass jeder Verurteilte ein anderes Urteil auf genau seinen Fall abgestimmt bekommt: Das alles wird doch verdrängt und so getan, als ob alle gleich behandelt würden. Aber wenn das tatsächlich so wäre, wäre es die Hölle: Babys von Hartz-IV-lern müssten soviel Steuern zahlen wie Einkommens-Multimillionäre, Taschendiebe das selbe Urteil bekommen wie Millionenbetrüger. Und Männer müssten auch Mutterschutz bekommen – denn leibliche Tatsachen dürften ja keine Ungleichbehandlung nach sich ziehen -. das wäre Diskriminierung! Und wieso darf ein Blinder nicht Auto fahren? Wieso wird er als minderwertiger Mensch behandelt? Wo ist die Bürgerbewegung: Autofahren für alle? Es kann doch nicht sein, dass Ungleichheit wegen qualifizierter Ungleichheit unterschieden wird von Diskriminierung! Wer diese Unterscheidung macht, der leugnet die Diskriminierung, dass Blinde als Menschen 2. Klasse behandelt werden. Sie wollen keinen Fahrdienst und kostenlose Beförderung, sie wollen selbst fahren, das ist ein Menschenrecht! Wenn das verweigert wird, dann könnte man auch auf die Idee kommen, dass Menschen, die keine Geschlechtsübergreifende Beziehung können oder wollen, keinen Zugang zu der geschlechtsübergreifenden Beziehung Ehe haben und dass das ganze keine Diskriminierung sein soll.

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  3. Nickpol
    Destatis 2014 mit Werten für 2012
    Seite 33 Tabelle 2,1 in Tausend
    Verheiratet 18337 m, 18332 w
    Geschieden 2437 m, 3240 w
    Lebensgem. 41 m. 28 w
    Lebensgem aufg. 3 m 2 w

    Seite 53 Tabelle 2.6.5 in Tausend
    Eheschließung 387 m, 387 w
    Seite 54 Tabelle 2.6.8
    Scheidung 179 m, 179 w

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  4. Sehr gut beschrieben. Es werden nichr 35% sond knapp üver 59% der Ejem geschieden. So zeigt es auch DESTATIS in den Jahresberichten

    Die Bürger der BRD leben zu 24% allein, 2×28% in legaler Ehe, 2×11% als freie Partner, 2×0,5% als gleichgeschlechtliche Partner. Jährlich werden 2×0,47% an Ehen getraut und 2×0.24% geschieden. meistens unter 5 Jahren Dauer.

    Kirchliche Trauungen wollen trotz Prämien nur 33%, die Zivilehe ist für die RKK ungültig. Einzig liturgisches schwurbeln des Priesters garantiert den Brautleuten die Fähigkeit die Großtaten Gottes zu erkennen.

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    1. Nachtrag
      Bei den Scheidungen legaler Ehen gibt es zuverlässige Zahlen aus den Standesämtern. Bei den freien Partnerschaften, die knapp halb so viele sind, gibt es keine Zahlen.

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