Auschwitz-Prozess: „Doch, Herr Gröning, Sie waren dabei“


Die Anwälte von Auschwitz-Überlebenden halten die geforderte Strafe für den früheren SS-Mann Gröning für „nicht akzeptabel“. Was aber wäre gerecht für Beihilfe zum Massenmord?


Von Wiebke Ramm|SpON

Einfahrtsgebäude des KZ Birkenau, Ansicht von innen (1945, nach der Befreiung, Fotogr. S. Mucha) Bild: wikimedia.org/Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA

Den Anwälten der Überlebenden von Auschwitz reicht das nicht.

Ihnen reicht nicht, was die Staatsanwaltschaft am Vortag als Strafe für den ehemaligen SS-Mann Oskar Gröning vor dem Landgericht Lüneburg gefordert hat. Der 94-jährige Gröning muss sich wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 300.000 Menschen im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau im Sommer 1944 verantworten.

Sechs Vertreter der Nebenklage plädieren am Mittwoch in der zum Gerichtssaal umfunktionierten Ritterakademie. Anwalt Christoph Rückel sagt es am deutlichsten: „Der Strafantrag der Staatsanwaltschaft ist für mich nicht akzeptabel.“

Der Strafrahmen für Beihilfe zum Mord liegt bei drei bis 15 Jahren. Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert. Die Opferanwälte fragen nun: Dreieinhalb Jahre für Beihilfe zum Massenmord?

weiterlesen