Ukraine: Rechter Sektor in Schießerei verwickelt


In der Ukraine geraten rechtsextremistische Angehörige der Miliz des Rechten Sektors und Sicherheitskräfte wieder einmal aneinander. Der Rechte Sektor wurde als ein Teil der „Selbstverteidigungskräfte“ des Maidan bekannt. Nach dem Sturz von Janukowitsch wurde versucht, die Militanten in die neu geschaffene Nationalgarde zu integrieren. Der Rechte Sektor weigerte sich und legte auch die Waffen nicht nieder, obwohl es zu Schießereien und Toten gekommen war.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Selbstdarstellung des Rechten Sektors: Gewalt ist sexy. Bild: heise.de

Viele Unterstützer der Maidan-Bewegung im Westen versuchten – und versuchen weiterhin -, die rechtsnationalistischen Militanten klein zu spielen. Der von Kiew erklärte Antiterrorkrieg gegen die Rebellen und später Separatisten in der Ostukraine ließ jedoch die rechten Milizen wichtig werden, weil die ukrainische Armee nicht kampffähig, aber auch nicht kampfwillig war. Die nationalistischen Ideologen waren hingegen motiviert, in den Bürgerkrieg zu ziehen, in den zunehmend auch Russland involviert war.

Zwar hat das Minsker Abkommen vorgesehen, dass Milizen aufgelöst werden müssen. Das geschah auf beiden Seiten zumindest pro forma auch weitgehend, nur der Rechte Sektor, auch eine Partei, geführt von Ex-Präsidentschaftskandidat Jarosch, weigerte sich, die bewaffneten Gruppen dem Militärkommando zu unterstellen, obgleich die Regierung ihn zum Berater des Generalstabs ernannte. Kritiker wiesen stets darauf hin, dass parallele Machtstrukturen, auch wenn sie bei Wahlen wenig Bedeutung haben, trotzdem großen Einfluss ausüben können. Wenn der Zentralstaat mit einigen tausend hoch motivierten und bewaffneten Extremisten konfrontiert ist, die nicht nur gegen die Separatisten kämpfen, sondern auch im von Kiew kontrollierten Gebiet in ihrem Sinn für Recht und Ordnung sorgen, ist dies Anlass zur Sorge. Zumal der Rechte Sektor nie ein Geheimnis daraus gemacht hat, dass zwar Russland der Hauptfeind ist, aber dass man sich auch nicht der EU und der Nato anschließen will.

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