Bei Kopftuch an Schulen droht der große Streit


Das Verfassungsgericht hatte pauschale Kopftuchverbote an Schulen untersagt. Viele Bundesländer tüfteln an ihren Gesetzen, doch die Auffassungen gehen auseinander. Das Durcheinander ist programmiert.


Von Matthias Kamann|DIE WELT

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An deutschen Schulen werden bald viele gläubige Musliminnen unterrichten. Sie studieren derzeit das Fach islamischer Religionsunterricht, und viele von ihnen tragen aus Überzeugung ein Kopftuch. Aber was werden sie mit ihm an staatlichen Schulen machen, wenn sie ein anderes Fach unterrichten, ein „weltliches“ wie Chemie oder Französisch? Sollen sie das Kopftuch dann ablegen? Oder es weiter tragen? Wie ist es auf dem Pausenhof? Bei diesen Fragen zeichnet sich ein großes Durcheinander ab.

Denn auf das jüngste Kopftuchurteil des Bundesverfassungsgerichts reagieren nun die insgesamt acht Bundesländer, in deren Schulgesetzen bislang ein Kopftuchverbot verankert war, in ganz unterschiedlicher Weise. Einige ändern ihre Gesetze, andere nicht, wieder andere haben noch keinen Plan. Eine einheitliche Rechtsauffassung ist nicht erkennbar. Neuer Streit ist programmiert.

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