Schwarze zu dunkel für das biometrische Passfoto


Das Foto-Mustertafel der Bundesdruckerei © Bundesdruckerei, bearb. MiG
Kennen Sie den: In Deutschland sind Diskriminierungen aufgrund der Herkunft, Hautfarbe etc. verboten? Natürlich! Und was machen wir dann mit Behörden, die keinen Pass ausstellen, weil die Hautfarbe zu dunkel ist für das biometrische Foto?


Von Sandra Karangwa|MiGAZIN

Ich bin in Burundi geboren, kam in den 70er Jahren mit meiner Mutter nach Deutschland und lebe seitdem hier. Neue Bekannte schwärmen von meinem akzentfreien Deutsch. Das ist allerdings keine sonderliche Leistung, schließlich bin ich hier in den Kindergarten, in die Schule und zur Uni gegangen. Auch wenn sich Deutschland, oft wie mein Zuhause anfühlt, werde ich immer wieder daran erinnert, dass ich wie ein Fremdkörper wahrgenommen werde.

In diesem Fall ging es darum, dass ich meinen Personalausweis beantragen musste und dafür ein biometrisches Passbild brauchte. Dazu ging ich in eine dieser Fotokabinen, die damit werben, Passbilder für alle behördlichen Zwecke anzufertigen. Mit diesen Fotos ging ich in das Bürgeramt.

Die Frau hinter dem Schreibtisch nahm das Passbild entgegen, schüttelte den Kopf, murmelte unverständlich vor sich hin, seufzte mehrmals und ging zu ihrer Kollegin am Nebentisch. Diese warf einen Blick darauf und reagierte ähnlich. Irgendetwas stimmte offenbar nicht mit meinem Passfoto. Klar, es gibt durchaus gelungenere Fotos von mir, aber für derart misslungen hielt ich es nicht. Die Sachbearbeiterin kam zu mir zurück. „Ich muss sehen, was sich da machen lässt“, meinte sie mit einem besorgten Ton und ging wieder. Ich kam mir seltsam vor. So, als sei ich ein besonderer Fall.

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