Wer als Muslim nicht fastet, der outet sich nicht gerne


Ein gedeckter Iftar-Tisch © Samira Khan auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Familie Begiç fastet im Ramadan, hängt es aber nicht an die große Glocke. Aber nicht alle Muslime fasten dezent: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Gläubigste im ganzen Land?


Von Canan Topçu|MiGAZIN

Fahris schaut immer wieder auf sein Smartphone. Nicht etwa, weil er Chat-Nachrichten von Freunden erwartet, sondern wegen der genauen Uhrzeit. Er sitzt mit seinem Bruder und seinen Eltern am gedeckten Tisch und sagt schließlich aufgeregt: „Jetzt!“ Mit diesem Ausruf beendet der Viertzehnjährige das Fastens, und das ist an diesem Abend in Frankfurt um 21.36 Uhr. Ab jetzt darf gegessen und getrunken werden – bis kurz nach 3 Uhr des nächsten Tages.

Fahris und Mahir löschen als erstes mit hausgemachter Limonade ihren Durst. Ihre Eltern Amira und Vahidin Begic beißen jeder in eine Dattel. Den Überlieferungen nach soll der Prophet Mohammed das Fasten mit einer Dattel beendet haben. An diese Tradition halten sich viele Muslime. Bei Familie Begic ist das „Iftar“, das Mahl am Ende des Fastentags, kein besonders opulentes. Es soll im Ramadan nicht darum gehen, üppig zu speisen. Es gibt Hühnersuppe, Hackbällchen und Blätterteig-Auflauf. Offenbar sind alle schnell satt. Nachschlag nimmt nämlich keiner, aber Wasser wird viel getrunken.

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1 Comment

  1. Es geht einem ja nichts an, die Musels können das machen wie sie lustig sind. Meinetwegen können die sich ihre Datteln, Hühnersüppchen und Hackbällchen, egal zu welcher Uhrzeit, vorne, hinten oder sonstwo
    reinschieben. Allerdings finde ich, ist es eine lästige Aufdringlichkeit, immer wieder, ungewollt, mit irgendwelchen primitiven, hirnverbrannten Ritualen von irgendwelchen Geistergläubigensippen, unter dem Vorwand von Kulturverständnis und mit dem Hinweis auf Traditionen, Toleranz und Nächstenliebe, konfrontiert zu werden.

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