Vizekanzler Gabriel bei „alten Freunden“ im Iran


Das Atomabkommen von Wien hat den Weg für eine Annäherung zwischen dem Westen und dem Iran freigemacht © Atta Kenare/AFP
Nach dem Atomabkommen mit dem Iran scheint es nicht schnell genug gehen zu können: Sigmar Gabriel will die historische Bindung zwischen Deutschland und dem Iran reaktivieren. Doch der Vizekanzler spricht auch heikle Themen an.


Von Michael Fischer|stern.de

Es ist so, als wenn nichts gewesen wäre: keine „Achse des Bösen“, kein zehn Jahre langer Streit um ein Atomprogramm, keine schmerzlichen Wirtschaftssanktionen. Am Montagmorgen sitzt Sigmar Gabriel im Ölministerium von Teheran zwischen einer deutschen und einer iranischen Fahne und spricht über zwei „alte Freunde“, die sich nach langer Funkstille wiedertreffen.

Der Vizekanzler erinnert daran, dass Johann Wolfgang von Goethe einst den persischen Dichter Hafis als seinen Zwillingsbruder bezeichnet hatte. Und er verweist darauf, dass die ersten deutschen Unternehmer vor mehr als 150 Jahren in Persien eingetroffen waren. Die historische Bindung zwischen beiden Ländern könnte jetzt der entscheidende Vorteil der deutschen Wirtschaft im Wettbewerb um kommende Milliardengeschäfte sein.

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