Erdoğans Syrien-Politik ist gescheitert


Der türkische Präsident war besessen davon, Syriens Diktator Assad zu stürzen. Den Islamischen Staat unterschätzte er. Das könnte sich rächen.


Von Mike Szymanski|Süddeutsche.de

Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)
Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)

Mindestens 32 Männer und Frauen kamen ums Leben, als am Montag der Terror über die türkische Stadt Suruç kam, die wenige Kilometer entfernt von der syrischen Grenze liegt. Der Anschlag zeigt, wie verwundbar die Türkei ist. Eine Bombe riss die Männer und Frauen einer sozialistischen Jugendbewegung in den Tod. Sie waren aus den großen Städten des Landes gekommen, um in ihren Sommerferien ein gutes Werk zu vollbringen. Sie wollten helfen, die syrische Stadt Kobanê wieder aufzubauen, nachdem kurdische Kämpfer sie den Milizen des Islamischen Staates (IS) entrissen hatten. Kobanê war zum Symbol dafür geworden, dass der Kampf gegen die Schlächter vom IS zu gewinnen ist, wenn er entschlossen geführt wird. Suruç droht jetzt zum Symbol dafür zu werden, was passiert, wenn es an dieser Entschlossenheit fehlt.

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