Spaghettimonster-Klage geht nach hinten los


Bund für Geistesfreiheit muss möglicherweise für eine weitere Räumlichkeit Rundfunkbeitrag zahlen


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Fliegendes Spaghettimonster in Plüsch. Foto: Nadine. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Heute Vormittag wehte durch das Münchner Verwaltungsgericht in der Bayerstraße 30 ein Hauch von Königlich Bayerischem Amtsgericht. Genauer gesagt: ein Hauch aus der Episode Der Atheist. Zeitlich lag man zwar gute hundert Jahre über der „guten alten Zeit vor anno ’14“, aber inhaltlich konnte die Groteske durchaus mit den Drehbüchern von Georg Lohmeier mithalten.

Es ging nämlich darum, ob der Schwabinger Diplom-Designer Michael Wladarsch für seinen Betrieb in der Georgenstraße noch einen Rundfunkbeitrag zahlen muss, wenn dieser mittels einer Spülbürste und Nudelwasser zu einem Sakralraum der Kirche vom Fliegenden Spaghettimonster geweiht wurde. Diese Weihe hatte der Münchner Vorsitzende des Bundes für Geistesfreiheit (BfG) vornehmen lassen, nachdem man ihm beim Bayerischen Rundfunk mitgeteilt hatte, für seine atheistische Körperschaft des Öffentlichen Rechts gelte die Betriebsstättenbefreiung aus § 5 Absatz 5 des Rundfunkbeitragsstaatsvertrages nicht, weil die dort gemeinten Räume „gottesdienstlichen Zwecken gewidmet“ sein müssten. Nachdem der BR trotzdem Geld sehen wollte, klagte Wladarsch.

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