Türkei: Keine Staatstrauer, aber Tränengas für Trauernde


Freunde und Verwandte betrauern in Gaziantep Opfer des Bombenanschlags von Suruc Foto: dpa
Ein junger IS-Kämpfer ist als Selbstmordattentäter von Suruc identifiziert. Inzwischen werden die ersten Opfer beerdigt – einige von ihnen still und heimlich. Weil die türkische Polizei es so will.


Von Deniz Yücel|DIE WELT

Der Attentäter des Anschlags von Suruc ist identifiziert: Wie die halbstaatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um den 20-jährigen Seyh Abdurrahman Alagöz. Er soll aus dem südosttürkischen Adıyaman stammen, einer Provinz mit einer ethnisch und konfessionell gemischten Bevölkerung und zugleich eine Art anatolisches Dinslaken: Über 200 junge Leute aus Adıyaman sollen sich in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben; auch der mutmaßliche Attentäter von Diyarbakır stammt von dort. Alagöz soll sich zusammen mit seinem älteren Bruder im Herbst vorigen Jahres dem IS angeschlossen haben.

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