Ohne Gläubige keine Religion


Stéphane Charbonnier bevorzugte, «stehend zu sterben anstatt auf Knien zu leben». Foto: AFP, Getty Images
Kurz vor seiner Ermordung hat Stéphane Charbonnier, der Chefredaktor der Satirezeitung «Charlie Hebdo», einen «Brief an die Heuchler» verfasst.


Von Guido Kalberer|Tages Anzeiger

Auch das ist Ironie des Schicksals: Am 7. Januar 2015, als Stéphane Charbonnier von islamistischen Terroristen in Paris getötet wurde, erschien in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Charlie Hebdo» eine Karikatur mit der Überschrift «Noch keine Attentate in Frankreich». Die gezeichnete Antwort eines bewaffneten Islamisten lautete: «Warten Sie ab. Man hat bis Ende Januar Zeit, seine Festtagsgrüsse auszurichten.» Es war die letzte Zeichnung von Charb, der das satirische Magazin seit 2009 als Chefredaktor und Herausgeber geleitet hatte. Bei dem Attentat starb ein Dutzend kritische Geister, die mit spitzer Feder und scharfer Zunge das Zeitgeschehen kommentiert hatten.

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