Pädophiler Priester: Die Kirche schaute weg


Der Kleriker Wolfdieter W. wirkte Ende der 80er-Jahre auch im Bistum Limburg. Ausgerechnet ein Fall aus dieser Zeit brachte das kirchenrechtliche Verfahren ins Rollen. Endlich schafft es die Kirche, sich klar zu distanzieren.


Von Johannes Laubach und Stefan Röttele|Frankfurter Neue Presse

missbrauch_kathol Seinen Opfern möge es eine späte Genugtuung sein, hofft die katholische Kirche. „Die Diözese Würzburg bedauert zutiefst das schwere Leid, das durch den Priester Opfern und deren Familien widerfahren ist. Sie verurteilt auf das Schärfste das Verhalten des Priesters.“ 17 Jahre sind seit den letzten aktenkundig gewordenen Taten von Wolfdieter W. vergangen. Gestern hat Papst Franziskus ihn seiner priesterlichen Rechte und Pflichten enthoben.

Eine echte Entschuldigung – Fehlanzeige. Das Versagen der eigenen Institution, in deren Gewand sich der von drei ordentlichen deutschen Gerichten wegen sexuellen Missbrauchs Jugendlicher in mehreren Fällen schuldig gesprochene Wolfdieter W. (75) über Jahrzehnte fast unbehelligt sündigen konnte, verschweigt sie. Dafür stellt sie klar, dass gegen die päpstliche Entscheidung keine Berufung möglich sei. Thema abgehakt?

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